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Taufe in der evangelischen Kirche

Taufe evangelisch
Mit der Taufe wird ein Mensch in die christliche Gemeinschaft auf der ganzen Welt aufgenommen. © federico igea - Fotolia

Taufe - das evangelische Taufritual beinhaltet weniger Riten

In der evangelischen Kirche gibt es weniger Symbole und Zeichen. Der Taufgottesdienst ist weniger mit Riten behaftet als in der katholischen Kirche. Alleine die Worte und Handlungen sind dem evangelischen Glauben nach, aussagekräftig genug. Doch gibt es wesentliche Gemeinsamkeiten: Die Taufe mit Wasser, die Verlesung des Taufauftrags (Matthäus 28,18­20) und das gemeinsame Sprechen des Glaubensbekenntnisses.

Eröffnung

Der Pastor begrüßt die Gemeinde mit einer Erklärung, warum man sich heute versammelt hat, in diesem Falle zur Taufe Ihres Kindes. Es gibt eine lithurgische Grußformel, die jeden Gottesdienst eröffnet. Sie besteht aus einem Teil des Taufauftrags Jesu, durch den er seine Jünger anwies, die Menschheit „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen. Der Geistliche spricht seinen Segen für die Gemeinde: „ Der Herr sei mit euch“ und die Gemeinde antwortet daraufhin: „Und mit deinem Geiste“.

Das anschließende Lied soll die christliche Gemeinschaft stärken. Wenn die Familie des Täuflings bestimmte Wünsche dafür hat, kann man das ohne weiteres im Vorfeld besprechen. Ein Gebet und vielleicht noch ein weiteres Lied schließen die Eröffnung des Gottesdienstes ab.

Verkündigung

Jetzt steht im evangelischen Gottesdienst das Wort im Vordergrund. Biblische oder nicht biblische Texte können jetzt vorgetragen werden. Dies kann der Pastor oder auch ein Familien-, bzw. Gemeindemitglied tun. Besprechen Sie all Ihre Wünsche im Vorfeld. Je früher der Pastor Ihre Wünsche kennt, desto mehr kann er darauf eingehen. Auch in der anschließenden Predigt wird es persönlich werden. Meist steht der Taufspruch in engem Zusammenhang mit der Predigt.

Tauffeier oder Spende des Sakraments

Nun beginnt der dritte Abschnitt des Gottesdienstes, in dem das Sakrament gespendet wird. Auch in der evangelischen Kirche gehören neben der Taufhandlung weitere Punkte dazu: Aus dem Matthäusevangelium wird der Taufbefehl gelesen: „Und Jesus trat herzu uns sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Durch diese alten Worte soll verdeutlicht werden, dass Jesus die Taufe jedem einzelnen spendet und ihn bis an das Ende seines Lebens begleiten wird.

Nun haben Eltern und Paten die Möglichkeit eigene Worte an die Gemeinde zu sprechen. Das ist jedoch nur ein Angebot und keine Verpflichtung. Das im Anschluss gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis wird auch im Namen Ihres Kindes gesprochen. Es erklärt den Willen, getauft zu werden. In diesem Falle sprechen die Eltern anstelle des Kindes. Auf die vom Pastor gestellte Tauffrage „Wollt ihr, dass euer Kind getauft wird, so antwortet mit: Ja.“ Antworten die Eltern und Paten mit „Ja“. Die nächste Frage an die Eltern und Paten ist: „Wollt ihr eurem Kind helfen, im Glauben an Gott Kraft für das Leben zu finden, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.“ Und die Eltern und Paten antworten „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Die Taufhandlung wird wie in der katholischen Kirche mit den Worten begleitet: „Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dabei wird der Täufling über das Taufbecken gehalten und sein Köpfchen dreimal mit Wasser übergossen.

Die Taufkerze hat auch in der evangelischen Kirche einen Platz gefunden und wird häufig an dieser Stelle angezündet. Sie symbolisiert das Licht Gottes, das den Lebensweg des Täuflings bis ans Ende begleiten soll.

Fester Bestandteil in der evangelischen Taufzeremonie ist die Segnung der Eltern und Paten. Sie soll Hoffnung und Kraft geben, die zukünftigen Aufgaben bestehen zu können. Das gemeinsame Taufgebet und oft auch ein Tauflied beenden den Teil des Taufsakraments.

Bevor der Gottesdienst zu Ende ist, können jetzt noch Fürbitten vorgetragen werden. Sie sind eine schöne Möglichkeit für Familie und Gäste dem Kind gute Wünsche mit auf den Lebensweg zu geben. Sie schließen in der Regel auch Nichtfamilienmitglieder und kranke und notleidende Menschen mit ein. Beendet wird der Taufgottesdienst oft mit dem Vaterunser und einem Lied.

Gerade die evangelische Kirche bietet viel Gestaltungsfreiraum. In einem Gespräch mit dem Pastor oder der Pastorin werden Sie alle Ihre Vorstellungen unterbringen können und durch die sicherlich reichhaltige Erfahrung des Geistlichen gut beraten werden.

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