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Tanzen gegen Alzheimer: Wie Bewegung gegen das Vergessen hilft

Alzheimer-Therapie: Tanzen gegen das Vergessen
Alzheimer-Therapie: Tanzen gegen das Vergessen Hier zählt nur das Gefühl 00:02:43
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Die beste Alzheimer-Therapie: "Die Leute erinnern sich an früher und haben Spaß"

Salsa, Tango oder Wiener Walzer tanzen - das ist nur etwas für Gesunde? Weit gefehlt. Die bundesweite Initiative 'Wir tanzen wieder' macht das auch für Demenz-Patienten möglich. Raus aus dem Alltag im Heim oder einer Demenz-WG und rein in eine Tanzschule. Die Tanz-Nachmittage haben eine erstaunliche Wirkung, auch bei Alzheimer-Kranken. Denn hier zählt nicht so sehr der richtige Takt, sondern das Gefühl für Musik, für den Tanz und den Moment.

Eine Kölner Tanzschule macht es vor: Dort treffen sich einmal im Monat Senioren mit und ohne Demenz, tanzen mit ihren Betreuern oder die Tochter mit der Mutter. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Tanzen vor Demenz schützen kann und auch bei erkrankten Menschen gibt es positive Effekte.

Tanzen setzt neue Energie frei

Die Idee dazu hatte Sozialarbeiter Stefan Kleinstück. Er wollte die Menschen über Musik zusammenbringen, motivieren sich zu bewegen und so den Heimalltag für einen Moment unterbrechen. "Sie erleben sich anders. Sie sollen das Gefühl bekommen, dass sie eine Fähigkeit haben und das können. Das ist eine Leistung, die sie erbringen. Und Menschen mit Demenz erleben sich sehr häufig – das wird ihnen auch von ihrem Umfeld widergespiegelt – in dem, was sie nicht können", so Kleinstück.

90 Minuten dauert eine Tanzstunde und zeigt dabei sofort Wirkung. Sie setzt bei vielen neue Energien frei - nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Das beobachten auch die, die Demenzpatienten begleiten. "Die Leute erinnern sich an früher und haben Spaß", erzählt Betreuerin Doreen Stallnitz.

Wie die Tanzstunde gegen das Vergessen aussieht und wie die Patienten dabei aufblühen, sehen Sie im Video.

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