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Tagesmutter finden: Betreuung durch eine Tagesmutter

Wie finde ich die richtige Tagesmutter?
Die Wahl der Tagesmutter sollte wohl überlegt sein.

Wie finde ich die richtige Tagesmutter?

"Ihrem Kind geht es nicht gut. Bitte kommen Sie!" Irgendwann bekommt ihn jede Mutter oder Vater einmal, diesen beunruhigenden Anruf aus der Kita oder von Tagesmutter. In 99 Prozent der Fälle ist er völlig harmlos: Das Kind hat Fieber, Durchfall oder sich den Finger in der Tür gequetscht. Schwere Unfääle sind zum Glück absolute Ausnahmen. Dennoch bleibt die größte Elternsorge: Wo ist mein Kind gut aufgehoben?

Von Merle Wuttke

Wem kann man dann sein Kind überhaupt anvertrauen? Zum Glück immer noch den meisten Menschen, die sich professionell um die Kleinen kümmern.

Aber: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, nicht einmal zu Hause. Dumme, aber schwerwiegende Unfälle können hier genauso passieren, und gerade sexueller Missbrauch findet oft im persönlichen Umfeld statt. So schwer es auch ist – man muss die Kinder ziehen lassen. Früher oder später. So oder so. Man kann nur versuchen, sie einigermaßen behütet die Welt erkunden zu lassen.

Worauf es bei einer guten Betreuung ankommt

Tagesmutter finden: Betreuung durch eine Tagesmutter
Ein gutes Bauchgefühl ist wichtig, damit Sie die richtige Tagesmutter finden. © dpa, Federico Gambarini

Grundsätzlich muss man erst einmal entscheiden: Tagesmutter oder Krippe bzw. Kindergarten. Für eine Tagesmutter sprechen kleine Gruppen, familiäres Umfeld sowie die große Nähe zur Bezugsperson. Nachteile: unterschiedliche Erziehungsstile, bei Krankheit der Tagesmutter fällt die Betreuung flach.

Vorteile der Krippe/des Kindergartens: ausgebildete Erzieher, kindgerechte Räume und Ausstattung, verlässliche Betreuungszeiten, öffentliche Kontrolle. Dagegen sprechen ein höheres Krankheitsrisiko, wegen dergrößeren Gruppen ist diese Form nicht unbedingt für sehr sensible Kinder geeignet.

Wenn Sie sich für eine Tagesmutter entscheiden, ist natürlich jemand am besten, den Sie schon persönlich kennen, aus dem Bekanntenkreis oder der Ihnen von anderen Müttern empfohlen wird. Ansonsten können Sie sich an das Jugendamt oder an den Tagesmütterbundesverband wenden (www.tagesmuetter-bundesverband.de). Frauen, die beim Verband registriert sind, müssen 160 Stunden Unterricht nachweisen können, das gibt Sicherheit, aber eben keine Garantie. Und: Suchen Sie nie unter Zeitdruck, sondern kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Betreuung. Sonst läuft man Gefahr, sich für jemanden zu entscheiden, von dem man eigentlich nicht überzeugt ist.

Sprechen Sie alles durch: Ihre Auffassung von Erziehung, und wie die Tagesmutter ihre pädagogische Rolle handhabt (z.B. Konfliktlösung, Tagesablauf, Wertvorstellungen. Rituale, Ernährung, Haftpflichtversicherung etc.) . Schauen Sie sich die Räumlichkeiten genau an: Gibt es genug Platz, ist alles sauber, sind genügend Spielmaterialen vorhanden? Können die Kinder draußen spielen, wie kindersicher ist der Ort?

Bevor man dann sein Kind abgibt, sollte man alle wichtigen Fragen schriftlich festlegen. Mustervordrucke für Pflegevereinbarungen bekommt man beim Bundesverband. Und zu guter Letzt bleibt nur: Haben Sie Vertrauen. Mehr können Sie nicht tun.

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