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Tag der Freundschaft: Was macht eine beste Freundin aus?

Tag der Freundschaft: Was macht eine beste Freundin aus?
Ohne sie könnten wir nicht: Die beste Freundin © Syda Productions - Fotolia, lev dolgachov

"Beste Freundinnen sind eine Sonderform"

Der 30. Juli ist der internationale Tag der Freundschaft, die Vereinten Nationen haben ihn vor drei Jahren ins Leben gerufen. Eine gute Gelegenheit, an die beste Freundin zu denken, ohne die das Leben weniger schön wäre. Was macht sie aus? Und warum ist es so wichtig, eine beste Freundin zu haben?

Von Christiane Mitatselis

Der Tag der Freundschaft bringt interessante Dinge an den Tag. Wahrscheinlich wusste nicht jeder, dass es in Deutschland Freundschaftsforscher gibt. Zum Beispiel den Psychologen Wolfgang Krüger aus Berlin, der der dpa ein paar Eckdaten nannte: Jeder Mensch hat im Leben höchstens drei echte gute Freunde. Sie zu treffen, ist Glückssache: "Es ist wie eine Suche nach einem Diamanten", sagt er - ein sehr schönes Bild.

Es geht nicht um die Flut der Facebook-Freunde, die man durch einen Klick gewinnt, sondern um echte Freundschaften, die im Idealfall ein Leben lang halten.

Beste Freundinnen sind eine Sonderform. Meistens finden beste Freundinnen in der Schule zusammen und gehen in der frühen Phase ihrer Freundschaft symbiotische Beziehungen ein. Sie machen alles zusammen, verstehen sich blind, kichern viel, manchmal kleiden sie sich sogar gleich, tauschen Klamotten – ein rosaroter Mädchentraum, der jedoch früher oder später einer Realitätsprobe ausgesetzt wird.

Was passiert, wenn sich die besten Freundinnen synchron in denselben Jungen verlieben? Oder sich eine der beiden nebenher mit einem Mädchen anfreundet, das die andere partout nicht ausstehen kann? Schaffen es die besten Freundinnen, Eifersucht und andere schlechte Gefühle im Zaum zu halten, um die Freundschaft nicht zu gefährden?

Viele scheitern, wer eine solche Krise aber übersteht, hat Glück und gute Chancen eine wirkliche Freundin gefunden zu haben, die eine der drei Freundschaften fürs Leben sein kann. Der Übergang ins Erwachsenenleben ist ebenfalls tückisch. Gelingt es den besten Freundinnen, in Kontakt zu bleiben, auch wenn sie nicht mehr am selben Ort wohnen? Eine Wellenlänge zu finden, auch wenn die eine heiratet und Kinder hat, und die andere lieber allein bleibt?

Was zeichnet eine beste Freundin aus?

Grundlage einer Bestands-Freundschaft sind Interesse füreinander, eine gemeinsame Humor-Ebene und Kritikfähigkeit. Die beste Freundin darf sagen: "Was du da machst, ist völlig falsch", denn sie meint es gut und will nichts Böses, sie ist ja die beste Freundin.

Man muss und kann mit ihr nicht alles machen, man hat auch Bekannte: zum Ausgehen, für gemeinsamen Sport oder andere Freizeit-Beschäftigungen. Die beste Freundin zeichnet sich dadurch aus, dass sie da ist, wenn man sie braucht. Man ruft sie an, sie merkt, dass man etwas auf dem Herzen hat – und nimmt sich Zeit, egal, ob es um traurige oder um freudige Dinge geht. Die beste Freundin kann sowohl trösten als auch gönnen.

Es gibt viele Aphorismen zum Thema Freundschaft, die besten stammen wie immer vom irischen Schriftsteller Oscar Wilde. Zum einen: "Am Kummer eines Freundes teilzunehmen ist leicht. Aber es bleibt das Zeichen einer außergewöhnlichen Natur, sich an den Erfolgen des Freundes rein mitfreuen zu können." Falls es nicht klappen sollte, dann gilt zum anderen: "Lachen ist nicht der schlechteste Anfang einer Freundschaft und bei weitem das beste Ende."

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