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Tag der Alleinerziehenden: Ein Brief an alleinerziehende Mütter

Mutter hält ihr kleines Kind ganz fest im Arm.
Liebe alleinerziehende Mütter, ihr könnt wirklich stolz auf euch sein. © Getty Images, Geber86

Der 21. März ist der Tag der Alleinerziehenden

In Deutschland leben rund 1,6 Millionen alleinerziehende Eltern, davon sind etwa 90 Prozent Mütter. Sie vollbringen sieben Tage die Woche von früh bis spät den Spagat zwischen Job, Kind, Haushalt und sozialen Kontakten. Dafür verdient ihr heute endlich auch mal ein Lob! 

Von Jutta Rogge-Strang 

Liebe alleinerziehende Mütter,

heute möchte ich euch einmal danken! Ihr leistet jeden Tag einen Fulltime-Job und brecht auch unter einer 120-Stunden-Woche nicht zusammen. Rund um die Uhr gelingt euch das Unmögliche: Arbeit, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Wie ihr das schafft? Nur durch viele ungezählte persönliche Opfer und einen unerschütterlichen Optimismus! Dafür möchte ich euch heute danken!

In Deutschland ist mittlerweile fast jede fünfte Familie eine Ein-Eltern-Familie. Mehr als zwei Millionen Kinder unter 18 Jahren werden von einem alleinerziehenden Elternteil versorgt, zu 90 Prozent sind es die Mütter. Und hauptsächlich diese Mütter stemmen tagtäglich ihren Alltag zwischen Kinderbetreuung, Zeitmangel und Geldsorgen. Denn die dazu gehörigen Väter lassen ihre Ex-Familie gerne mal alleine mit ihren Problemen: 75 Prozent der Alleinerziehenden erhalten keinen oder weniger als den ihren Kindern zustehenden Kindesunterhalt, so der 'Verband alleinerziehender Mütter und Väter'. Das ist ganz mies – aber jammern nützt nichts.

Über die Hälfte der alleinerziehenden Mütter von Kindern unter drei Jahren muss laut Statistischem Bundesamt mit weniger als 1.100 Euro im Monat auskommen. Aber es ist nicht nur das täglich fehlende Geld, mit dem ihr auskommen müsst: Viele werden in die Altersarmut abrutschen, weil sie nie Zeit hatten, in Vollzeit arbeiten zu gehen. Selbst die Teilzeitjobs, die ihr findet, sind schlecht bezahlt: Wer stellt schon gerne jemanden ein, der sich allein um Kinder kümmern muss?

Denn immer ist irgendwas, Sportbeutel oder Schwimmzeug vergessen, sodass Mama nochmal los muss, die Kinder sind krank oder haben Ferien. Wer da keine Großeltern oder Freundinnen hat, die als Betreuung einspringen können, hat den schwarzen Peter. Ihr macht immer alles alleine, reibt euch auf zwischen Haushalt, Elternabenden und Sparen für den nächsten Schulausflug. Wenn ihr dann mal etwas vergesst, werdet ihr schief angesehen. Obwohl ihr nie frei habt, keinen Urlaub, keine Pause, keine Ferien, und selber krank werden dürft ihr auch nicht.

Dabei seid ihr extrem belastet: Es sind eben nicht nur die finanziellen Probleme, die euch Angst machen. Ihr müsst euch auch mit euren Zukunftsängsten herumplagen, mit der ständigen Überforderung, der Machtlosigkeit gegenüber Ämtern oder Institutionen, dem Ausgeliefertsein gegenüber dem unzuverlässigen Vater, dem dauernden Zeitdruck, dem kontinuierlichen Stress, und das für viele Jahre, ein Tanz auf dem Vulkan.

Kein Wunder, dass ihr doppelt so häufig psychische Erkrankungen bekommt als verheiratete Mütter. So ein Programm hält der stärkste Elefant nicht aus!

Liebe alleinerziehende Mütter, ihr könnt wirklich stolz auf euch sein. Aus Liebe zu euren Kindern schafft ihr diesen unglaublichen Kraftakt und versucht, eure Kinder nicht spüren zu lassen, wie anstrengend das alles ist. Dabei werdet ihr viel zu selten mal in den Arm genommen und gelobt.


Das möchte ich heute für euch tun: Ihr macht das toll! Ihr leistet das Unmögliche! Ihr dürft zu Recht stolz auf euch sein. Hut ab vor eurer unglaublichen Leistung!

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