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Tabuthema Fehlgeburt: Jasmin (27) spricht über ihren Verlust

Tabuthema Fehlgeburt: Jasmin spricht über ihren Verlust
Tabuthema Fehlgeburt: Jasmin spricht über ihren Verlust Harter Schicksalsschlag 00:02:05
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Unvorstellbares Leid der Betroffenen

Mindestens jede fünfte Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt. Zurück bleibt der unerfüllte Traum vom Familienleben und das unvorstellbare Leid der Betroffenen. Die 27-jährige Jasmin aus Köln hat jetzt ganz offen über ihre Fehlgeburt gesprochen. 

Fehlgeburt in der achten Schwangerschaftswoche

Der Körper verändert sich, man macht Pläne und malt sich die Zukunft mit dem eigenen Nachwuchs aus - eine Schwangerschaft verändert für werdende Mütter einfach alles. Ein niederschmetternder Schicksalsschlag also, wenn diese Pläne durch eine Fehlgeburt zerstört werden. 

So war es auch bei Jasmin und ihrem Mann Niklas aus Köln. Sie war gerade erst in der achten Schwangerschaftswoche, als sie im vergangenen Sommer ihr Kind verlor. Und doch sitzt der Schmerz bei der 27-Jährigen noch immer tief. "Für mich war es ganz, ganz schwer, das überhaupt erstmal zu akzeptieren. Dass das Kind eben nie bei uns sein wird und ich niemals wissen werde, wer dieses Baby gewesen wäre, wie es ausgesehen hätte", erzählt sie. ​

"Ich war auf alles wütend"

Mit ihrem Mann Niklas und ihren erstem Sohn lebt Jasmin in Köln. Der einjährige Samuel kam ohne Komplikationen zur Welt. Schon im Kreißsaal bei der Geburt des Kleinen aber war den Eltern klar, dass Baby Nummer zwei nicht allzu lange auf sich warten lassen soll. 

Und es klappte: Nur wenige Monate später wurde Jasmin wieder schwanger. Zu dritt schwebte die junge Familie auf Wolke sieben. Doch dann der allesverändernde Schock: Jasmin bekommt Blutungen und wenig später stellt ihre Ärztin fest, dass sie ihr Kind verloren hat. Für Jasmin bricht eine Welt zusammen, sie fühlt sich leer. 

"Ich war auf alles wütend: Ich war auf alle Frauen wütend, die schwanger waren. Ich war ein Stück weit auf mich selber wütend", bekennt Jasmin. Der Grund: Weil sie gerade während der Anfangszeit der Schwangerschaft anfing, wieder regelmäßig Sport zu treiben, fragte sie sich, ob der vielleicht zu intensive Sport der Grund für die Fehlgeburt war. Sie fiel in ein emotionales Loch. 

Dank ihrer Familie verschwindet der Schmerz jeden Tag ein bisschen mehr

Erst einige Zeit nach dem traumatischen Erlebnis konnte Jasmin einsehen, dass sie selbst nicht schuld an ihrem Verlust ist. Geholfen dabei hat ihr ihre Familie. Sie gab Jasmin Kraft und baute sie wieder auf. So weit, dass sie mittlerweile wieder schwanger ist. Und das bereits in der 26. Schwangerschaftswoche. Allerdings will sie ihr verlorenes Kind mit der erneuten Schwangerschaft nicht ersetzten: "Es wird immer mein zweites Kind bleiben. Es wird für mich nie einfach weg sein, sondern immer einen Platz haben und eine Lücke in meinem Leben hinterlassen", erzählt sie. 

Doch auch wenn diese Lücke bleibt - dank der Liebe ihrer Familie wird der Schmerz weniger. Jeden Tag ein kleines bisschen. 

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