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Tablets: Gefahr für Kinder?

Immer mehr jüngere Kinder nutzen Tablets

Tablet-Computer in Kinderhänden – was in den USA längst Alltag ist, wird auch hierzulande in vielen Familien üblich. In den USA liegt der Anteil der unter 2-Jährigen, die das Tablet nutzen, über 38 Prozent. Und auch in Deutschland steigt die Anzahl der immer jüngeren Tablet-Nutzer.

Tablets: Gefahr für Kinder?
Kinderpsychologen halten Tablets für Kinder unter drei Jahren für ungeeignet. © picture alliance / All Canada Ph, Oleksiy Maksymenko

Eine Tendenz, die Kinderpsychologen mit wachsender Sorge beobachten.

Der bekannte Kinder- und Jugendpsychologe Dr. Michael Winterhoff rät sogar grundsätzlich davon ab, Kindern unter drei Jahren Tablets in die Hand zu geben. Denn die erkunden ihre Umwelt durch Ertasten und Ausprobieren. Die kalte, technische Oberfläche der Tablets ist für die kindliche Entwicklung in dieser Phase gänzlich ungeeignet.

Tablets ersetzen keine sozialen Kontakte

Aber auf Kinder üben die Tablet-Computer eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Und die Eltern sind oftmals dankbar, wenn sie ihre Kinder zwischendurch vor dem Tablet parken können, um sich ungestört anderen Dingen widmen zu können. Egal ob auf langen Bahnfahrten, bei langweiligen Restaurantbesuchen oder im Wartezimmer, das Tablet ist eine praktische, immer verfügbare Möglichkeit, die Kleinen zu beschäftigen.

Keine gute Idee, findet Winterhoff. Er warnt vor den Folgen des zunehmenden Tablet-Konsums. Immer mehr Kinder hätten soziale Auffälligkeiten: Freunde zu finden und Kontakte mit anderen zu pflegen, falle immer mehr Kindern äußerst schwer. Spätestens wenn die virtuelle Welt die Kinder zu sehr fesselt und echte Freundschaften ersetzt, sollten Tablets auf jeden Fall aus dem Lebensalltag verschwinden. Und wo Eltern mit gutem Vorbild voran gehen, färbt das auch auf die Kinder ab.

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