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Syphilis: Übertragung ist nicht zu stoppen

Obwohl Syphilis seit 100 Jahren bekämpft wird, sind zum Beispiel 2009 mehr als 2.700 Neuerkrankungen in Deutschland aufgetreten.
Vor Syphilis schützen nur Kondome und Hygiene beim Geschlechtsverkehr. © dpa, Peter Endig

Syphilis ist nicht totzukriegen

Es fängt mit Geschwüren, Pusteln und eitrigen Bläschen an – nicht besonders schön, aber noch harmlos. Wird Syphilis allerdings nicht behandelt, können das Herz-Kreislauf-Systems, die Knochen sowie Gehirnnerven, Rückenmark und Gehirn schweren Schaden nehmen.

Und diese fiese Geschlechtskrankheit ist einfach nicht auszurotten. Im Gegenteil: Obwohl Syphilis seit 100 Jahren mit Medikamenten bekämpft wird, sind allein 2009 mehr als 2.700 Neuerkrankungen in Deutschland aufgetreten. Und das sind nur die Fälle, die dem Robert-Koch- Institut (RKI) 2009 gemeldet wurden. Die Dunkelziffer liegt weit höher.

Syphilis: Übertragung durch soziale Netzwerke

Schuld könnten die sozialen Online-Netzwerke wie zum Beispiel Facebook und Co. sein. Zumindest britische Gesundheitswissenschaftler sehen einen Zusammenhang mit der wachsenden Ausbreitung der Geschlechtskrankheit Syphilis und der Nutzung von Netzwerken. Die neue Erkenntnis basiert auf den vermehrt auftretenden Syphilis-Fällen in den Regionen, in denen Facebook oder andere Seiten besonders populär sind. Vor allem junge Frauen sollen vermehrt an der Krankheit leiden.

Deutlich gestiegene Syphilis-Zahlen wurden in den englischen Städten Sunderland, Durham und Tesside registriert. In diesen Gebieten sind junge Menschen mit einer 25-prozentig höheren Wahrscheinlichkeit in sozialen Netzwerken aktiv als im Rest Englands. Der Zusammenhang von Community und der Ausbreitung der Krankheit ist für die Experten einfach: In sozialen Netzwerken ist es besonders einfach, neue Freunde kennen zu lernen - und das sind im Zweifel zukünftige Sexualpartner.

Der beste Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist nach wie vor das Kondom oder eine feste und treue Partnerschaft.

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