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Syphilis: Die Übertragung steigt wieder an

Krank durch Sex: Syphilis wieder da
Vor allem Männer stecken sich mit Syphilis an. © iStockphoto

Syphilis-Infektionsrate steigt um 34 Prozent

Sie wurde Lustseuche genannt, forderte in der Vergangenheit viele prominente Opfer: die Syphilis. Der legendäre Casanova zahlte die Rechnung für seine liebestollen Abenteuer und erlag der Geschlechtskrankheit, der Komponist Ludwig van Beethoven wurde durch die Syphilis taub. Eigentlich galt die Syphilis als fast besiegt, aber in den letzten Jahren steigt die Zahl der Infizierten rasant an - vor allem in Deutschland.

Dem Robert-Koch-Institut wurden im Jahr 2011 fast 3.700 Syphilis-Infektionen gemeldet. Das waren immerhin 34 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem in Großstädten wie Köln, Frankfurt oder Berlin sind die Zahlen der Neuansteckungen erschreckend hoch. Warum es so viele Neuinfektionen gibt, können sich auch die Experten vom Robert-Koch-Institut nicht erklären.

Deshalb gilt es, vorsichtig zu sein. Wie bei fast allen Geschlechtskrankheiten, schützen Kondome vor einer Infektion. Das Tückische an der Krankheit: Ist eine Infektion erfolgt, kann sie in der ersten Phase komplett ohne Symptome verlaufen. Normalerweise ist ein meist schmerzloses Geschwür am Genital ein Anzeichen für die Krankheit. Das Geschwür, das oft mit Herpes verwechselt wird, heilt meist von alleine wieder ab.

Syphilis kann tödlich enden

Rund neun Wochen nach der Infektion treten im zweiten Stadium grippeähnliche Symptome auf. Der Infizierte fühlt sich schlapp und krank, hat Fieber und klagt über Gelenkschmerzen. Außerdem kann sich ein Ausschlag (Syphilid) überall am Körper bilden. Viele Lymphknoten sind vergrößert und lassen sich ertasten. Gleichzeitig treten Bläschen im Mund-, am Genital- und Analbereich auf. Die Ausschläge gehen unbehandelt nach etwa vier Monaten zurück, können aber erneut auftreten. Manchmal hinterlassen sie fleckartig depigmentierte Hautstellen.

Darauf folgt eine beschwerdefreie Zeit. Doch nach Abklingen des zweiten Stadiums ist die Krankheit noch immer im Körper. In dieser Phase lebt der Betroffene beschwerdefrei. Kommt es nach zwei bis fünf Jahren aber zu einem dritten Stadium, befällt die Syphilis innere Organe, wie Herz, Gefäße und das Nervensystem. Dieser Organbefall kommt bei einer unbehandelten Syphilis in etwa ein Drittel der Fälle vor.

Das vierte und letzte Stadium der Syphilis tritt meistens erst nach 10 bis 20 Jahren auf. Dieses Stadium wird auch 'Metalues' genannt. Beim Metalues sind die Hirnhäute, die Nervenknoten und -stränge betroffen. Der Befall äußert sich in allgemeinen und fortschreitenden Lähmungen, Schmerzanfällen, Empfindungsstörungen und Reflexausfällen. Dieses letzte Stadium führt meist zu Demenz und Tod.

Behandelt wird die Syphilis immer noch mit Penicilin. Je früher die Krankheit erkannt wird und je früher eine Behandlung erfolgt, umso schneller tritt die Heilung ein. Bei einer Penicillin-Allergie kann auf andere Antibiotika ausgewichen werden. Weil die Syphilis meldepflichtig ist, schickt der Arzt eine anonyme Meldung an das Robert-Koch-Institut.

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