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Symptome: Wann liegt eine Essstörung vor?

Symptome: Wann liegt eine Essstörung vor?
Was sind die ersten Symptome einer Essstöung? © Photographee.eu

Essstörung durch einen hohen BMI?

Nicht jeder, der ein paar Pfund zu viel oder zu wenig wiegt, hat gleich eine Essstörung. Zwar gibt der Body-Mass-Index (BMI) - der sich auf das Verhältnis von Gewicht und Größe beschränkt - wichtige Hinweise zur Beurteilung, doch er ist nicht das einzige Kriterium.

Auch der Fett-Muskel-Anteil, die Fettverteilung (Taille-Hüft-Quotient) und erbliche Figur-Faktoren spielen bei der Beurteilung des Gewichtes eine Rolle. Bei Erwachsenen spricht man üblicherweise bei einem BMI-Wert von 18,5 und niedriger von Untergewicht. Zwischen 25 und 30 beginnt das Übergewicht. Liegt der BMI bei 30 und darüber, liegt Adipositas vor.

Dr. Carola Bartels-Dickescheid von der Kölner Uniklinik: "Wichtig ist zu bedenken, dass die BMI-Werte bei Kindern und Jugendlichen anders zu interpretieren sind. Die Maßeinheiten für Erwachsene dürfen nicht einfach übernommen werden." Wer Zweifel hat, ob sein Kind mit dem Gewicht im Normbereich liegt, sollte den Arzt befragen. "Für das Vorliegen einer Essstörung ist die Rolle, die das Essen im Leben der Betroffenen spielt, entscheidend", erläutert die Kölner Ärztin. "Liegt eine krankheitsrelevante Störung vor, beschäftigen sich die Patienten meist mit nichts anderem mehr als dem Thema Essen und Kalorien."

Essstörung: Nörgelei über eigenen Körper

Hinzu kommen bei der Anorexie ständige Nörgeleien über Figur und Körpergewicht. Diäten in rascher Folge oder der Umstieg von Normalgewichtigen auf eine langfristig stark kalorienreduzierte oder vegetarische Ernährung können Alarmzeichen sein. Das gilt auch für den Einsatz von Appetitzüglern, Abführmitteln und Lightprodukten. "Wenn Nahrung oder der Verzicht darauf als Mittel genutzt wird, Gefühle zu unterdrücken oder Konflikten aus dem Weg zu gehen, sind das weitere eindeutige Hinweise", erläutert der Allgemeinmediziner und Psychotherapeut Dr. Hans Greuel. "Über das Essen oder Nichtessen erfolgt dann die Manipulation des Körpers und die Kontrolle über das eigene Leben."

Dr. Carola Bartels-Dickescheid: "Bei der Beurteilung von Essstörungen muss außerdem berücksichtigt werden, dass sich Erkrankungen wie Magersucht oder Bulimie nicht immer scharf voneinander abgrenzen lassen. Die Übergänge können fließend sein oder eine Form der Essstörung kann in bestimmten Lebensphasen im Vordergrund stehen. Auch bei der Fettsucht und dem Binge-Eating ist das so."

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