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Symptome googlen: Jeder Zweite diagnostiziert sich selbst

Jeder Zweite googelt vorm Arztbesuch
Jeder Zweite googelt vorm Arztbesuch 'Dr. Google' verunsichert die Patienten 00:01:37
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'Dr. Google' verunsichert die Patienten

Hand verstaucht, gebrochen oder doch nur gezerrt? Dr. Google kann da bestimmt helfen. Mittlerweile informieren wir uns nämlich gerne vor einem Arztbesuch schon im Internet über unsere Symptome und damit zusammenhängende Krankheiten. Weit mehr als die Hälfte aller Deutschen googelt zunächst und präsentiert dem Arzt eine Selbstdiagnose, zeigt nun eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit der BARMER GEK. Ärzte sehen das kritisch. Nur knapp vier von zehn befragten Ärzten freuen sich über das Engagement der Patienten. Die meisten sehen sich in ihrer fachlichen Beratung angezweifelt.

Symptome googlen: Jeder Zweite diagnostiziert sich selbst
© Getty Images/iStockphoto, andrei_r

Ärzte hätten Angst, nicht mehr als vertrauenswürdige Bezugspersonen angesehen zu werden, zeigten Umfragen der Studie. Patienten würden zudem durch eigene Recherche-Ergebnisse verunsichert.

Barmer-Gesundheitsexperte Jan Böcken betont, wie wichtig eine Kooperation zwischen Patient und Arzt bei der Diagnose und den folgenden Behandlungsmöglichkeiten ist. Es solle das Ziel der Ärzte sein, mit gut informierten Patienten zusammen zu arbeiten, denn der Behandlungserfolg von informierten Patienten sei deutlich höher als bei nichtinformierten.

Infomaterial für Patienten nur bei jedem zweiten Arzt

In puncto Infomaterial gibt es laut der Studie allerdings noch Optimierungsbedarf: Nur etwas mehr als die Hälfte der Ärzte hat nach eigenen Angaben weiterführende und vertrauenswürdige Infoblättchen für Patienten in ihrer Praxis ausliegen und nur jeder zweite Arzt kann auf fachlich korrekte Internetquellen verweisen.

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