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Symptome bei Depression

Symptome der Depressionen früh erkennen
Depressionen früh erkennen © laurent hamels

Symptome bei Depression: Welche Beschwerden sind kritisch?

So unterschiedlich die Erscheinungsformen einer Depression sein können, so verschieden sind auch ihre Symptome. Peter Bommersbach, Leitender Oberarzt der Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie des Marienhospitals in Euskirchen: "Eine Depression kann sich direkt in der seelischen Verfassung äußern, nicht selten stehen am Beginn der Erkrankung aber körperliche Symptome im Vordergrund. Vor allem dann, wenn keine klaren körperlichen Ursachen festgestellt werden können, sollte die seelische Verfassung im Blickfeld stehen."

Seelischen Anzeichen für eine Depression können sein - vor allem wenn mehrere von ihnen gleichzeitig auftreten:

- Freudlosigkeit, Niedergeschlagenheit und Resignation

- Innere Leere bis zur Unfähigkeit Gefühle zu empfinden oder auszudrücken

- Elendsgefühl, Unwohlsein

- Energielosigkeit, Passivität, Erschöpfungszustände, Kraftlosigkeit

- Pessimismus, Mutlosigkeit, Verzagtheit, Hoffnungslosigkeit

- Interessenlosigkeit, Gleichgültigkeit, Lustlosigkeit

- Konzentrationsschwäche, umständliches, zähflüssiges Denken, Ideenarmut

- Nervosität, innere Unruhe, Ziel- und Rastlosigkeit

- Überempfindlichkeit, Verletzlichkeit, Verzweiflung

- Reizbarkeit, Aggression, Feindseligkeit

- Minderwertigkeitsgefühle, Schuldgefühle, negative Sicht auf alle Ereignissen

- Grübelzwang, Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen

- Rückzug aus dem sozialen Umfeld

Körperliche Anzeichen für eine Depression können sein - insbesondere, wenn sie länger anhalten:

- Schlafstörungen, schlechte Träume

- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Manchmal aber auch das Gegenteil: Heißhunger

- Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Verstopfung, Krämpfe

- Kopfdruck, Kopfschmerz

- Druckgefühl in der Brust, Herzrasen, Kreislaufstörungen

- Atemnot

- Rückenschmerzen, Verspannungen

- Gelenk- und Muskelschmerzen

- Schwacher Sexualtrieb

Die Diagnose bringt Gewissheit

Sollten Sie den Verdacht haben, depressiv zu sein, sollten Sie umgehend und zuerst mit Ihrem Hausarzt sprechen. Er kann eine erste Diagnose stellen und Sie gegebenenfalls zur Abklärung zu einem Psychiater überweisen. Hier wird nach einer gründlichen allgemeinärztlichen und neurologischen Untersuchung, die körperliche Ursachen ausschließen soll, und einem ausführlichen Gespräch die Diagnose gestellt.

Der Psychiater erläutert dann die möglichen Therapien und spricht eine Therapieempfehlung aus. Er kann Sie auch zu einem Psychotherapeuten überweisen.

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