Surfcamp für behinderte Kinder: Hier können die Kleinen ihre Handicaps vergessen

Surfen trotz Behinderung
Surfen trotz Behinderung Diesen Surfern sieht man ihr Handicap nicht an! 00:01:02
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Wassersport für alle

Surfen verleiht ein unglaubliches Gefühl - genauso wie die Erfahrung, wie man mit dem Brett umgeht. Ob Riesenwellen reiten oder einfach nur über das Wasser gleiten: In Long Island bei New York ermöglicht eine gemeinnützige Organisation zum ersten Mal Surfcamps für behinderte Kinder und Jugendliche.

"Es war großartig"

Isaiah Bird (9) aus der 'Long Beach Middle School' in New York ist ohne Beine geboren und einer von sieben Jugendlichen, die diesen Sommer am Surfcamp am Atlantic Beach teilnehmen. Junge Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen bekommen dort die Möglichkeit, das Surfen zu lernen. "Es war großartig! Mit einem Handstand auf dem Brett konnte ich alle begeistern", erzählt er.

Auch der 17-jährige Tommy schaffte es trotz Down-Syndrom aus eigener Kraft Richtung Strand zu paddeln. Beim dritten Versuch konnte er sogar auf dem Surfbrett stehen. "Nach einem Surfkurs habe ich sogar erlebt, wie manche zum ersten Mal anfingen zu reden!", erzählt ein Surflehrer.

Die Idee einer geeigneten Surfschule hatte Jim Mulvaney. Er selbst hat einen autistischen Sohn und weiß, wie viel Kraft und Selbstvertrauen die Kids aus dem Sport schöpfen können.

Die heilende Kraft des Ozeans

In den letzten Jahren hat das Surfen immer mehr Aufmerksamkeit als Therapieanwendung für verschiedene Erkrankungen und Behinderungen bekommen. Zu einigen dieser medizinischen Anwendungsmöglichkeiten des Surfens gehört die Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung, Polytrauma, Autismus, Mukoviszidose und von Depressionen.

Surfen bedeutet nicht nur Spaß und Kameradschaft für alle Beteiligten, sondern fördert auch das Selbstbewusstsein, während es gleichzeitig ein Gefühl der Gelassenheit auslöst. Wer diese Kraftquelle für sich entdeckt, wird immer wieder danach verlangen.

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