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Supermodel Josephine Skriver wurde durch eine künstliche Befruchtung gezeugt

"Ich bin kein wissenschaftliches Experiment"

Sie ist jung, wunderschön und erfolgreich. Supermodel Josephine Skriver hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann. Und trotzdem hat es die 22-Jährige nicht immer leicht. Denn Josephine kam durch eine künstliche Befruchtung zur Welt, als Tochter einer lesbischen Mutter und eines schwulen Vaters. In einem ganz persönlichen Video, das das Model jetzt für das 'i-D Magazine‘ aufgenommen hat, erzählt sie von ihrem ungewöhnlichen Start ins Leben.

Supermodel Josephine Skriver wurde durch eine künstliche Befruchtung gezeugt
Josephine Skriver hat eine homosexuelle Eltern

Angefangen hat alles mit dem Wunsch einer jungen, lesbischen Frau nach einem eigenen Baby. In einer lokalen Zeitung gab sie deswegen eine Anzeige auf, um einen passenden Mann für ihren Traum zu finden: "Gibt es schwule Paare oder schwule Männer dort draußen, die sich wünschen Vater zu werden? Denn ich möchte unbedingt Kinder bekommen“, hieß es in der Anzeige. Es trudelten einige Bewerbungen ein und schon die erste war ein Volltreffer. Nach einer künstlichen Befruchtung wurde neun Monate später die kleine Josephine geboren.

Dass Josephine nicht auf herkömmliche Weise gezeugt wurde, war im Hause Skriver nie ein Geheimnis. Ihre Eltern sind tolerante und offene Menschen und lebten das auch ihren Kindern vor. "Ich habe mich nie anders gefühlt oder für das geschämt, was ich bin“, so die 22-Jährige in dem Video. Dennoch verstand nicht jeder ihre Geschichte. Als Kind wurde sie gemobbt und beschimpft und auch nach ihrem Durchbruch als Model hagelte es bitterböse Kommentare auf Facebook oder Twitter: "Du liest so oft 'Das ist ekelhaft‘ oder 'Du tust mir leid‘ – Social Media ist der Bereich, wo Menschen sagen können, was sie wollen ohne Konsequenzen zu befürchten.“

Supermodel Josephine Skriver wurde durch eine künstliche Befruchtung gezeugt
Model Josephine Skriver mit ihrer Mutter

Und auch in der Modebranche musste das Model, das schon für 'Victoria’s Secret‘, 'Chanel‘ oder 'Valentino‘ über den Laufsteg schritt, einiges einstecken. So kritisierten Domenico Dolce und Stefano Gabbana, Designer des Luxus-Labeln 'Dolce & Gabbana‘, dass eine künstliche Befruchtung nur dazu diene, synthetische Babys zu produzieren und keinesfalls normal sei. Und auch, dass zwei homosexuelle Menschen ein Kind großziehen, würde nicht mit ihrer Vorstellung einer traditionellen Familie einhergehen. Josephine Skriver kann dazu nur eines sagen: "Für mich ist Familie eine Gruppe von Menschen, die sich lieben. Ich hoffe, dass das Konzept ‚Familie‘ eines Tages mehr bedeutet, als das klassische Paar mit zwei Kindern, einem Haus und einem weißen Zaun davor.“

Sie wünscht sich mehr Toleranz von den Menschen: "Wenn Leute mich ansehen und wissen, dass ich durch eine künstliche Befruchtung gezeugt wurde, hoffe ich, dass sie einen Menschen sehen. Denn ich bin kein wissenschaftliches Experiment. Ich bin nicht künstlich. Ich bin ein Mensch und genauso echt, wie jeder andere auch“, erklärt sie weiter.

Dass ihre Eltern noch heute oft für ihre Entscheidung verurteilt werden, ist für das Supermodel unbegreiflich: "Meine Eltern verdienen diese Dinge. Wir alle verdienen diese Dinge. Meine Eltern hatten den großen Wunsch, Leben in diese Welt zu bringen. Sie gaben mir und meinem Bruder die Chance, ein Teil dieses Universums zu sein. Zwei unschuldigen Kindern. Ich möchte für alle da draußen stehen, die sich alleine fühlen, Angst haben oder denen ständig gesagt wird, dass sie weniger wert sind, als andere Menschen auf dieser Erde.“

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