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Superfood Quinoa: So leiden die Bolivianischen Bauern unter dem Trend

Bild: Quinoa and pumpkin bowl. Vegetarian, healthy, diet food.
Quinoa ist gesund und lecker, aber aus wirtschaftlicher Sicht ist Quinoa-Konsum eher bedenklich- © Getty Images/iStockphoto, OksanaKiian

Wer eine Ernährungsumstellung in Erwägung zieht, kommt um die sogenannten Superfoods nicht herum. Zu diesen Superfoods zählt auch die reisähnliche Quinoa. Dank des Essenstrends vor allem in westlichen Ländern, hat sie es zu einer weltweiten Karriere geschafft und ergänzt nun angesagte Großstadtrestaurants um eine Vielzahl an kreativen Gerichten. Doch wie bei jeder Erfolgsgeschichte, profitieren von diesem Erfolg längst nicht alle. Im Fall Quinoa, sind es die bolivianischen Bauern, die seit der Popularität mit verehrenden wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen haben.

Dürfen wir vorstellen: Quinoa, Superfood

Um an dieser Stelle gleich mal mit einem der gängigsten Mythen über Quinoa aufzuräumen, sei gesagt, Quinoa ist kein Getreide. Die Quinoa-Pflanze gehört dem Gänsefussgewächs an und zählt damit zur selben Pflanzenfamilie wie Rote Beete und Spinat. Besonders außergewöhnlich für ein pflanzliches Lebensmittel ist, dass die kleinen Körnchen dieser Pflanze alle neun Aminosäuren enthalten. In Punkto Mineralienhaushalt schlägt Quinoa also unser übliches Getreide, wie Hafer, Weizen, Roggen, um Längen. Mit diesen einzigartigen Eigenschaften, stellt Quinoa eine der besten pflanzlichen Eiweißlieferanten überhaupt dar. Ein weiterer Pluspunkt, der sich in die Liste der Vorteile einreiht, ist die Glutenfreiheit des Gänsefussgewächses. Getreideunverträglichkeit spielt bei Quinoa also keine Rolle.  

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Ist Superfood besser als altbewährte Lebensmittel? Heimische Zutaten vs. Gojibeere, Quinoa & Co. 00:05:37
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Die Geschichte des Gänsefussgewächses

Ihre Ursprünge findet die Pflanze in Südamerika. Schon vor 6.000 Jahren wurde Quinoa dort als Grundnahrungsmittel von den Inkas in den Hochanden angebaut. Pseudogetreidearten zu denen auch Amaranth oder Buchweizen gehören wurden und werden immer noch überwiegend in Gebieten, wie beispielsweise in den Anden, angepflanzt, in denen herkömmliches Getreide keine Chance hat zu gedeihen. Bei den Inkas wird das gesunde und stärkende Quinoa auch „Muttergetreide“ genannt.

Sie sind die Verlierer in der Geschichte

Es ist eine Sache der Nachfrage und des Angebotes. Steigt das eine, muss auch das andere mitziehen. So und nicht anders funktioniert Globalisierung. Längst verdienen Länder wie die USA, China oder Indien am Geschäft mit dem Pseudogetreide mit und bauen im großen Stil an. Damit hat Bolivien Konkurrenten bekommen, mit denen es schlichtweg nicht mithalten kann. Die Folge des unfairen Wettbewerbes, Dumpingpreise. Von den ursprünglichen 6.000 Dollar pro Tonne Quinoa, sind heute müde 2.500 Dollar übriggeblieben. Um es auf Verbraucherverhältnisse herunterzubrechen, für ein Päckchen Quinoa zahlen wir in deutschen Supermärkten 3,29 Euro. Die Bauern verdienen an jedem Päckchen dabei nicht mehr als 21 Cent. 21 Cent mit denen eine ganze Familie über Wasser gehalten werden muss.


Ein Blick auf die Herkunft der Produkte schadet im Übrigen nicht nur beim Einkauf von Quinoa…

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