Super Nanny Katia Saalfrank im Chat

Super Nanny Katia Saalfrank im Chat
Super Nanny Katia Saalfrank hilft Eltern bei der Erziehung.

Im Chat beantwortet Katia Saalfrank Ihre Fragen

Super Nanny Katia Saalfrank beantwortet im Chat auf Frauenzimmer.de Ihre Fragen rund um die Themen Kinder und Erziehung. Lesen Sie hier die Highlights des Chats vom 08.09.2010.

Katia Saalfrank: Hallo, liebe Leute! Ich freue mich, dass ich wieder da sein und eure Fragen beantworten kann - so gut ich kann.

Aineko: Mein Sohn ist sieben Jahre alt. Welche Aufgaben kann er im Haushalt übernehmen? Ist es zu viel verlangt, wenn ich möchte, dass er nach dem Essen seinen Teller in die Küche bringt? Was kann ich von ihm erwarten? Er wird in drei Monaten acht Jahre alt.

Katia Saalfrank: Hier ist pauschal eine Antwort insofern schwierig, als dass es ja eine Entwicklung gibt. Eigentlich helfen Kinder sehr gerne schon im jüngsten Alter. Kaum können sie laufen, wollen sie beim Tischdecken helfen und tragen gerne Besteck oder Teller rüber. Konkret bei der Frage höre ich eine "Erwartung" heraus. Es geht weniger darum, was man von Kindern "erwarten" kann, als darum: Was gibt es für ein Ritual in der Familie? Tragt ihr zusammen Eure Teller raus, ist es eine gemeinsame Aktion, den Tisch abzuräumen oder MUSS er das als Pflicht machen? Eltern sollten Vorbild sein und das, was sie von ihren Kindern "erwarten" selbstverständlich vormachen! Liebe Grüße und alles Gute!

Alena89: Hallo Frau Saalfrank! Mir war schon immer klar, dass ich im sozialen Bereich arbeiten möchte. Durch Sie weiß ich genau, in welche Richtung ich möchte. Haben Sie einen Tipp für mich worauf ich als Erziehungswissenschaftlerin besonders achten sollte?

Katia Saalfrank: Ich gebe ja keine Tipps :-) Wichtig ist, im Studium viel Praxis durch Praktika zu erlangen - also viele verschiedene Bereiche abdecken und viele ausprobieren. Oft verändert sich dann das Interesse noch. Wesentlich ist auch, dass viel Selbsterfahrung gemacht werden kann - eine therapeutische Zusatzausbildung ist sinnvoll oder auch Seminare, die supervisorischen Chrarakter haben. Alles Gute!

Kalinka: Hallo Frau Saalfrank. Mein Sohn kann nachts nie einschlafen, er ist nun zwei Jahre alt, was kann ich tun?

Katia Saalfrank: Das ist etwas wenig Info. Wieso schläft denn Ihr Sohn "nachts" nie ein? Eigentlich schlafen Kinder ja am Abend! Oder wird er nachts wach und schläft dann nicht mehr ein? Grundsätzlich ist Schlafen immer wieder ein Thema in der Entwicklung der Kinder. Wichtig sind Rituale, die dem Kind das Loslassen und Abschiednehmen vom Tag und von den Eltern erleichtern. Nicht zu viel Aufregung vorm Schlafengehen, früh beginnen und früher vom Spielplatz gehen. Langsam in den Abend gehen, Abendbrot als Ritual einbeziehen, umziehen, Zähneputzen und vielleicht im Bett gemeinsam bei einem kleinen Lichtschein ein Buch anschauen oder auch nur am Bettchen sein und streicheln. Die Kleinen haben oft unterschiedlichen Schlafbedarf und man muss als Eltern auch probieren - über längere Zeit - mal früher oder später die Kinder hinzulegen. Es ist normal, dass Kinder nicht gleich einschlafen, sondern noch wach und aktiv sind. Überlegen Sie mal, was Sie selber brauchen, um ruhig in den Schlaf zu kommen.

Blume2310: Meine Tochter zahnt und weint sehr viel, was kann ich da tun?

Katia Saalfrank: Diese Zeit ist wirklich nicht leicht! Die Kinder haben oft große Schmerzen und können damit nur schlecht umgehen. Ja, sie weinen dann viel und wir Eltern können oft nur mit den Kindern gemeinsam aushalten. Manchmal helfen kühle Ringe, auf die die Kinder dann beißen können oder auch kühlende Kügelchen aus der Apotheke. Manchmal hilft auch Nelkenöl, das dann die wehen Stellen betäubt - bitte sehr vorsichtig dosieren und auch selber mal ausprobieren vorher! Das Öl betäubt zwar - löst aber auch manchmal Ekel aus und muss vorsichtig eingesetzt werden. Ein Trost: Es geht vorbei.

Die Zeit mit der Familie lieber sinnvoll nutzen

Blume2310: Ich bin berufstätig und habe leider sehr wenig Zeit für meine Kinder. Sie sind deshalb oft traurig. Was kann ich tun?

Katia Saalfrank: Oh! Ja, was kann man tun!? Es gibt zwei Dinge: Entweder versuchen Sie, die Berufstätigkeit zu reduzieren - ich weiß, dass das oft nicht möglich ist - dennoch ist es objektiv gesehen eine Möglichkeit! Oder die Zeit, die mit den Kindern vorhanden ist, ganz gut und inhaltlich nutzen! Das heißt: Nicht unbedingt die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe ist wesentlich, sondern das, was ich in der Zeit mit den Kindern mache, ist wichtig! Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, dann sollte diese gut genutzt werden! Vorlesen, Essen, miteinander reden und uneingeschränkt da sein - keine Telefonate oder Hausarbeiten machen, sondern lieber auf später schieben.

Bibilu: Hallo, sind die Sendungen, die im Fernsehen zu sehen sind, immer echt, oder sind diese teilweise auch gespielt?

Katia Saalfrank: Die Familien laden mich ein und bitten mich um Unterstützung - hierbei ist nichts gestellt oder gespielt, sondern alles authentisch. Die Kamera begleitet die pädagogische Arbeit und später wird aus oft über bis zu 80 Stunden eine Sendung von 45 Minuten zusammengestellt. Also: Es ist immer echt und nichts (auch nicht teilweise!!) gespielt.

Kinder sollten sich ihre Freunde selbst aussuchen

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lexiaz: Meine Tochter (10 Jahre) spielt nur mit größeren Jungs. Müsste sie eigentlich nicht in dem Alter viel mehr Mädels als Freundinnen haben?

Katia Saalfrank: Das sollten wir unseren Kindern nicht vorschreiben. Ich kann natürlich aus den wenigen Informationen auch nicht so viel Konkretes sagen. Grundsätzlich ist es so, dass Kinder (Jungen und Mädchen) Freunde und Spielkameraden brauchen und sie sich dort suchen, wo sie sich wohl und anerkannt fühlen! Es gibt Mädchen, die mit anderen Mädchen nicht viel anfangen können und sich eben dann eher Jungs als Freunde suchen - umgekehrt gibt es das auch. Erstmal also kein Grund zur Beunruhigung!

AnjaA22: Hallo, macht die immer Arbeit Spaß, auch wenn Sie keinen Erfolg merken?

Katia Saalfrank: Ja, mir macht die Arbeit immer Spaß - und Erfolg ist doch sehr relativ! Es ist doch immer die Frage, was die Familien sich als Ziele setzen! Diese Ziele dürfen eben nicht zu hoch sein. Das ist wie ein Hürdenlauf: Wenn Sie da gleich mit der Hürde auf Kopfhöhe anfangen, dann wird es nie einen Erfolg geben, weil die Hürde umfällt oder Sie sich wehtun, weil einfach die Hürde zu hoch und unüberwindbar ist. Somit ist es meine Aufgabe eine Höhe zu finden, die die Familien auch überwinden können. Und diese Höhe gibt es immer, man muss sie nur herausfinden. Und: Man darf sich nicht scheuen, die Hürdenhöhe auch mal zu verändern, wenn sie zu hoch erscheint. Dafür überlegen wir in der Arbeit auch immer nochmal, ob das Ziel erreichbar ist und sich alle wohl fühlen damit. Liebe Grüße!

Torsten2807: Hallo, wir haben Zwillinge, fünf Jahre alt. Der eine ist seit gut einem Jahr trocken, bei dem zweiten geht nachts meistens was ins Bett. Woran kann das liegen?Katia Saalfrank: Es kann unterschiedliche Gründe dafür geben. Vielleicht ist gerade das Leben der Zwillinge aufregend? Gibt es einen Schulbeginn oder ein sonstiges Ereignis, das Aufregung in alles bringt? Oder gibt es eine emotionale Belastung, die Druck auslöst? Überlegen Sie doch mal, was anders ist und ganz wichtig: Schimpfen Sie nicht, der Druck (und die Scham des Kindes) wird dadurch nur verstärkt! Alles Gute!

Peter650: Hallo Frau Saalfrank, ich habe ein Problem zu Hause: Mein Vater schlägt ständig meine Mutter und mich, was kann ich denn dagegen tun? Zurzeit bin ich alleine zu Hause, mein Vater kommt um 15 Uhr nach Hause und ich habe Angst, wie jeden Tag. Bitte helfen Sie.

Katia Saalfrank: Bitte such dir dringend Hilfe! Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten: Frauenhaus oder auch die Polizei, wenn es total eskaliert. Wahrscheinlich will deine Mutter nicht weg? Hier ist ein Link: "www.junoma.de". Hier kannst du dich anonym an Berater wenden, die dir weiterhelfen und dich auch länger begleiten können! Ich habe dort selber mal gearbeitet und kann die Stelle nur empfehlen. Bitte wende dich sofort dorthin. Alles Gute für dich und deine Mutter!

dorilori: Ich bin eine Mami von zwei kleinen Kindern, Altersabstand 13 Monate. Der Ältere akzeptiert kein "Nein", schlägt, beißt, kratzt, schupst, schreit und weint die ganze Zeit. Er ist so zu seiner Schwester und zu anderen Kindern. Was soll ich tun? Danke & Gruß!

Katia Saalfrank: Wie alt sind die Kinder? Diese Info würde für eine Antwort helfen! Ich versuch's mal so: Es geht nicht darum, dass Kinder ein "Nein" akzeptieren. Es geht darum, dass Eltern verstehen, dass Kinder in ihrer Entwicklung auch "Nein" sagen müssen. Sie erfahren sich selber als Persönlichkeiten und grenzen sich so ab. Also, Nein-sagen ist erstmal per se nichts Falsches oder Schlechtes. Wenn Kinder schlagen, beißen, kratzen, schubsen, dann sind sie unzufrieden mit etwas und können das im Moment noch nicht anders ausdrücken. Versuchen Sie, Ihrem Kind zu helfen. Finden Sie vorsichtig heraus: Was ärgert meinen Sohn? Fühlt er sich zurückgesetzt, hat der Jüngere etwas kaputt gemacht? Fühlt er sich missverstanden? Wenn Sie die Gefühle - "Ich sehe, dass du dich darüber ärgerst" - benennen und Ihrem Sohn helfen, die Situation anders zu lösen, muss er nicht mehr schubsen oder hauen. Liebe Grüße!

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