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Süßes Glück im Glas: Beeren-Marmelade und -Gelee selbst machen

Beeren-Marmelade und -Gelee selbst machen
Beeren-Marmelade und -Gelee selbst machen © Markus Mainka - Fotolia, Markus Mainka

Machen Sie Beeren-Marmelade ganz einfach selbst!

Sie haben fleißig Beeren gesammelt und möchten auch in den nächsten Wochen oder sogar im Winter noch etwas von den herrlichen Köstlichkeiten haben? Machen Sie doch einfach Marmelade, Konfitüre oder Gelee daraus! Das ist einfacher als Sie vielleicht denken und versetzt den Gaumen selbst an trüben Tagen garantiert in Sommerlaune.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es gehört wirklich nicht viel dazu, leckere Marmelade oder köstliches Gelee aus Beeren selbst zu machen! Mit wenigen Zutaten und ein paar Utensilien, die sich - bis auf wenige Ausnahmen vielleicht - ohnehin in der Küche finden, zaubern Sie im Handumdrehen fruchtiges Glück im Glas. Ob das nun Marmelade ist (die geht recht schnell und einfach) oder Gelee (das bedarf etwas mehr Aufwand, weil der hierfür benötigte Saft erst mal gewonnen werden muss), hängt neben Ihrer persönlichen Vorliebe auch von den vorhandenen Beeren ab. Wobei man ganz streng genommen (nämlich laut EU-Verordnung) aus Beeren gar keine Marmelade machen kann. Denn "Marmelade" dürfen sich nur fruchtige Brotaufstriche nennen, die aus Zitrusfrüchten hergestellt wurden. Weil das aber für den Hausgebrauch keiner so genau nimmt, widmen wir uns lieber der Praxis und lassen alle Fruchtaufstrich-Fünfe gerade sein.

Das Handwerkszeug

Beim Blick auf die nachfolgende Liste werden Sie feststellen, dass Sie die meisten Geräte und Küchenhelfer schon besitzen. Einige vielleicht noch nicht, die sind aber oft schon für kleines Geld zu haben und leisten auch außerhalb der Beerensaison gute Küchendienste. Außer einem großen Topf mit ebenem Boden und weiter Öffnung, einer möglichst genauen Küchenwaage und einem Holzrührlöffel brauchen Sie je nachdem:

- ein Sieb zum Abtropfen der gewaschenen Beeren und eventuell auch zum Passieren der Früchte ein kleines Küchenmesser zum Wegschneiden schadhafter Stellen und Kleinschneiden der Beeren

- einen Pürierstab, Mixer, Blitzhacker oder Kartoffelstampfer zum schnellen und praktischen Zerkleinern der Beeren

- ein Passiergerät, auch Flotte Lotte genannt, zum schnellen und einfach Passieren der Beeren (für samtige Marmelade ohne Fruchtstückchen)

- einen Dampfentsafter zur Gewinnung des Beerensaftes für Gelee oder alternativ

- ein Passier- oder Mulltuch und eine Schüssel

- einen Messbecher zum Abmessen des Saftes für Gelee

- einen Schaumlöffel zum Abschöpfen des Schaums, der beim Kochen von Marmelade und Gelee entsteht

- saubere, sterilisierte Gläser mit Vakuum-Schraubdeckel (Twist-off) oder Gummiring und Schnappverschluss

- einen Einfülltrichter für ein leichteres und möglichst kleckerfreies Befüllen der vorbereiteten Gläser

- eine Suppenkelle mit der Sie die Marmelade oder das Gelee in die bereitstehenden Gläser füllen

Wenn Sie auf den Geschmack kommen und von nun an häufiger Marmelade und Gelee selbst kochen möchten, gönnen Sie sich vielleicht einen Einkochtopf und ein Zuckerthermometer (auch Einkochthermometer genannt). Der Topf eignet sich neben dem Einkochen selbst auch hervorragend zum Sterilisieren der Gläser und das Thermometer ermöglicht Ihnen eine genaue Temperaturkontrolle beim Einkochen (was für einige aufwendigere Konfitürenrezepte unerlässlich ist).

Marmelade machen: Diese Zutaten brauchen Sie

Die wichtigste Zutat sind natürlich die Beeren! Ob selbst gesammelt oder gekauft: Die Qualität des Endprodukts steht und fällt mit der Qualität der verwendeten Beeren. Verarbeiten Sie die Früchte deshalb so frisch - und vollreif - wie möglich. Noch nicht ganz ausgereifte Beeren gelieren zwar meist schon gut, haben aber geschmackliche Defizite. Und überreife Beeren gelieren schlecht. Dann brauchen Sie bloß noch Zucker und Geliermittel. Der Zucker macht die Beeren in Kombination mit der Hitze, der sie beim Kochen ausgesetzt sind, haltbar. Und das Geliermittel sorgt schließlich dafür, dass die Konsistenz stimmt. Wie die folgende Übersicht zeigt, gibt es für diese beiden Zutaten verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten (und sichersten) gelingen selbstgemachte Marmeladen und Gelees dabei mit Gelierzucker, weil der auch schon die für den Geliervorgang unverzichtbaren Zutaten Pektin und Zitronensäure enthält.

Gelierzucker 1:1

Der Klassiker! Die Anteile von Frucht und Zucker stehen hierbei im gleichen Verhältnis und 1:1 gekochte Fruchtaufstriche sind nicht nur herrlich süß, sondern auch am längsten haltbar: fest verschlossen und richtig gelagert bis zu einem Jahr.

Gelierzucker 2:1

Bei dieser Variante enthalten Marmelade und Gelee doppelt soviel Fruchtanteil wie Zucker und schmecken dadurch noch fruchtiger. Um trotz niedrigerem Zuckeranteil die Haltbarkeit zu gewährleisten, enthält Gelierzucker 2:1 zusätzlich den Konservierungsstoff Sorbinsäure und meist auch gehärtetes pflanzliches Fett.

Gelierzucker 3:1

Den höchsten Fruchtgeschmack erhalten Sie mit diesen Gelierzucker, bei dem auf drei Teile Frucht nur ein Teil Zucker kommt. Klar, dass deshalb auch hier Sorbinsäure mit drin ist. Zu lange aufbewahren sollten Sie mit Gelierzucker 3:1 gekochte Marmeladen und Gelees trotzdem nicht - am besten innerhalb von sechs Monaten aufbrauchen.

Diabetiker- und Diät-Gelierzucker gibt es auch, allerdings nur als 3:1 Variante. Der Zucker ist hierbei durch Fruchtzucker ersetzt und neben Pektin und Zitronensäure enthält auch dieser spezielle Gelierzucker Sorbinsäure. Gelierpulver wird mit normalem Haushaltszucker oder speziellem grobkörnigem Einmachzucker gemischt und dann zum Kochgut in den Topf gegeben. Genau wie Gelierzucker gibt es Gelierpulver in den Varianten 1:1, 2:1 und 3:1. Die beiden letzteren enthalten ebenfalls Sorbinsäure und gehärtetes pflanzliches Fett. Halten Sie sich bei der Verwendung dieses Geliermittels immer an die Mengen- und Kochzeitangaben auf der Packung. Flüssiges Geliermittel besteht aus reinem Pektin, deshalb müssen Zucker und Zitronensäure – die sowohl in Gelierzucker als auch in Gelierpulver bereits enthalten sind – zusätzlich hinzugefügt werden. Auch hier gilt für gutes Gelingen: unbedingt die Angaben des Herstellers beachten!

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