Sudan: Das Schicksal von Mariam Jahia Ibrahim Ishak bewegt die ganze Welt

Sudan Todesurteil
Mariam Jahia Ibrahim Ishak sollte wegen angeblicher "Gotteslästerung" und ihres christlichen Glaubens hingerichtet werden.

Christin bleiben zwei Jahre mit ihrem Kind

Mariam Jahia Ibrahim Ishak ist 27 Jahre alt, Mutter von zwei kleinen Kindern – und zum Tode verurteilt. Wegen angeblicher "Gotteslästerung" und ihres christlichen Glaubens soll die 27-Jährige im Sudan hingerichtet werden. Weltweit protestieren Menschen gegen dieses Urteil.

Anfang der Woche hat die junge Frau im Gefängnis von Khartum die kleine Maya zur Welt gebracht. Stolz hält Vater Daniel Wani sie im Arm. Seine Ehefrau wird die gemeinsame Tochter nicht aufwachsen sehen. Mariam werde vermutlich zwei Jahre lang ihre kleine Tochter stillen und betreuen können, bevor das Urteil vollstreckt werde, berichtet die 'Sudan Tribune' mit Verweis auf die übliche Praxis der Justiz im Sudan.

Die 27-Jährige war am 11. Mai durch das Al-Hadsch-Jusif-Kriminalgericht in Khartum wegen angeblicher "Gotteslästerung" und "Glaubensabtrünnigkeit" (Apostasie) zum Tode durch Erhängen verurteilt worden. Sie erhielt eine Frist von drei Tagen, um ihrem Glauben abzuschwören und zum Islam zurückzukehren – doch sie weigerte sich. Seitdem befindet sie sich zusammen mit ihrem 20 Monate alten Sohn im Gefängnis.

Amnesty International: Akt "unerhörter Diskriminierung von Frauen"

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Stolz hält Vater Daniel Wani die kleine Maya im Arm.

Mariam wuchs als orthodoxe Christin auf, die Glaubensrichtung ihrer Mutter, weil der Vater, ein Muslim, während der Kindheit abwesend war. Im August 2013 wurde die Sudanesin festgenommen und angeklagt, nachdem sie ein Verwandter angezeigt hatte.

Botschafter westlicher Staaten wie der USA, Großbritanniens oder der Niederlande sowie Menschenrechtsorganisationen protestierten bei der sudanesischen Regierung heftig gegen das Urteil. Amnesty International spricht von einem "abscheulichen" Urteil und einem Akt "unerhörter Diskriminierung von Frauen".

"Das Schicksal und der Mut dieser jungen Mutter bewegt Menschen in allen Ländern. Mehr als 620.000 Menschen haben sich an den Aktionen von Amnesty International beteiligt und sich der Forderung nach der sofortigen und bedingungslosen Freilassung der Sudanesin angeschlossen", sagt Manar Idriss, der Sudan-Experte von Amnesty International. Der Verteidiger von Mariam hat mittlerweile Berufung eingelegt. Laut dem US-Sender CNN soll schon nächste Woche ein Urteil fallen.

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