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Studie zeigt: Immer mehr Alleinerziehende leben mit ihren Kindern in Armut

So kommen Sie für Ihre Kinder an Fördergelder
So kommen Sie für Ihre Kinder an Fördergelder Kinderarmut in Deutschland 00:02:15
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Alleinerziehende in Armut: Wenn der Ex-Partner nicht zahlt

Die Anzahl an alleinerziehenden Familien ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern ist eine Ein-Eltern-Familie. Und dabei sind es zu 90 Prozent Frauen, die ihr Kind beziehungsweise ihre Kinder alleine großziehen. Als wäre das zwischen Hausarbeit, Job und Co. nicht schon genug Stress, hat eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung gemeinsam mit der Hochschule Darmstadt herausgefunden, dass mehr als jedes dritte alleinerziehende Elternteil auf Sozialhilfe angewiesen ist, um überhaupt über die Runden zu kommen!

Viele Alleinerziehende gehen arbeiten, um nicht in Armut zu fallen-
Viele Alleinerziehende gehen nebenbei arbeiten, um über die Runden zu kommen. © Yuri Arcurs

Fakt ist: Jedes zweite Kind Alleinerziehender erhält keinen Unterhalt, jedes Vierte weniger als ihm zusteht. Die Folge: Knapp eine Million Kinder Alleinerziehender in Deutschland leben von Hartz IV und das macht sich bemerkbar.

"Kinderarmut ist ganz wesentlich auf die Armut von

Alleinerziehenden zurückzuführen. Dagegen brauchen wir gezielte Maßnahmen. Nur so ermöglichen wir mehr Bildungs- und Teilhabechancen für fast eine Million betroffene Kinder", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Alleinerziehende Mütter arbeiten mehr als andere und haben trotzdem weniger Geld

Eine weitere traurige Erkenntnis der Studie: Mehr als die Hälfte aller alleinerziehenden Mütter geht nebenbei noch arbeiten, um noch Geld reinzubringen. Doch durch die fehlende Unterstützung in der Erziehung geht das bei den meisten nur in Teilzeit. Damit arbeiten sie aber trotzdem mehr als die Mütter, die zu Hause noch einen Mann zur Unterstützung haben. Trotzdem reicht das Geld zu Hause durch den fehlenden Unterhalt oft nicht aus, um dem Kind ein sorgenfreies Leben zu bieten.

Was kann man tun, wenn der andere nicht zahlt?

Ein Weg, um als Alleinerziehende mehr Geld für die Versorgung des Kindes zu erhalten, ist die Beantragung eines sogenannten 'Unterhaltsvorschusses'. Das bedeutet in Zahlen 145 Euro monatlich für Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren und 190 Euro für Kinder zwischen sechs und zwölf. Ist Ihr Kind allerdings schon über zwölf Jahre alt, entfällt der Vorschuss. Außerdem kann er nur sechs Jahre gewährleistet werden.

Eine andere Option ist die Beantragung des sogenannten 'Bildungspakets'. Auf diese Förderung haben so gut wie alle Kinder Anspruch, also auch Kinder aus Familien mit beiden Elternteilen. Dabei übernimmt der Staat zum Beispiel das Geld für den Schulbedarf oder die Nachhilfe, zahlt monatlich den Beitrag für den Fußballverein oder kommt für die Kosten der Klassenfahrt auf. Ziel ist es, Kindern aus sozial schwächeren Familien die gleichen Bildungs- und Weiterentwicklungschanchen zu ermöglichen wie Kindern aus besseren Verhältnissen. Detaillierte Informationen zu den Leistungen des Bildungspakets und wie Sie diese Fördergelder beantragen können, finden Sie im unten stehenden Artikel 'So beantragen Sie das Bildungspaket'.

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