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Studie zeigt: Früher Kita-Besuch ist gut für die kindliche Psyche

Studie: Früh in die Kita
Laut einer Studie wirkt sich die Kita-Gemeinschaft positiv auf die psychische Entwicklung von Kleinkindern aus. © dpa, Waltraud Grubitzsch

Die Kita als Ersatz für eine Großfamilie

Eltern, die ihre Kinder schon früh in einer Kindertagesstätte anmelden und dafür von anderen Eltern schief angeguckt werden oder ein schlechtes Gewissen haben, können jetzt aufatmen. Eine von 'Stern' in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine frühe Unterbringung in einer Kita gut für die Psyche der Kleinen ist.

Besonders in den ersten beiden Lebensjahren profitieren Kinder sehr von der Betreuung in der Kita, da sie Teil einer Gemeinschaft seien, die mit einer Großfamilie verglichen werden könne, so Professor Veit Roessner, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Dresden. Für ihn sind die heutigen Kitas „der moderne Ersatz für Großfamilien und ein intaktes Dorfleben". Die Diskussionen um das Für und Wider eines frühen Kita-Besuchs seien somit überflüssig.

Das gemeinsame Spielen, Lernen und Essen wirke sich positiv auf die Entwicklung der Kinder aus, wie seine Studie in Dresden mit 4.000 Kindern im Grundschulalter zeigt, die schon früh eine Kita besucht hatten. Bei ihnen war das Risiko für psychische Störungen, wie beispielsweise Hyperaktivität, geringer als bei Kindern, die erst mit drei oder vier Jahren in eine Kita kamen - und zwar unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Jungen und Mädchen, die erst später einen Kindergarten besuchten, hatten sogar ein doppelt so großes Risiko psychisch auffällig zu werden.

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