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Studie zeigt: BMI entscheidet über das Gehalt

Schlanke Frauen und dicke Männer verdienen besser
Schlanke Frauen und dicke Männer verdienen besser Neue Studie sorgt für Empörung 00:01:24
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Bis zu 12 Prozent mehr Lohn für Schlanke

Die Ergebnisse dieser neuen Studie sind irgendwie ernüchternd - denn eigentlich dachten wir, dass in der Gehaltsfrage Leistung entscheidet. Doch eine wissenschaftliche Studie zeigt jetzt: Frauen verdienen mehr Geld, wenn sie dünner sind und Männer, wenn sie dicker sind. Um bis zu 12 Prozent schwanken die Gehälter, je nachdem wie hoch oder niedrig der BMI ist.

Studie zeigt: BMI entscheidet über das Gehalt
Wer weniger auf die Waage bringt, verdient mehr Geld - das gilt zumindest bei Frauen, wie Forscher jetzt herausgefunden haben. © picture alliance / dpa Themendie, Monique Wüstenhagen

Woher kommt diese unglaubliche Schere in der Arbeitswelt? Wissenschaftler der Universität Postdam und der City University of New York haben den Zusammenhang zwischen der Körperfülle und der Fülle des Geldbeutels aufgedeckt. Die Ökonomen werteten für die Studie die Daten eines Panels von 8.770 Männern und 9.229 Frauen in Deutschland aus, indem für jeden Befragten der individuelle BMI ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt wurde.

Laut den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation gilt ein Mensch bei einem BMI zwischen 20 und 25 als normalgewichtig, ab 25 als übergewichtig und ab 30 als fettleibig. Das höchste Gehalt bekommen den Forschern zufolge Frauen bei einem BMI von 21,5. Liegt der BMI über diesem Wert, sinkt die Entlohnung. Besonders auffällig ist dieses Phänomen in Berufen mit Kundenkontakt, wie Service, Gastronomie oder Vertrieb.

Bei Männern wird ein niedriger BMI mit Schwäche gleichgesetzt

Wer jetzt aber glaubt: "Das haben wir alles schon mal gehört, gut aussehende Menschen verdienen nun mal besser", der irrt gewaltig. Bei den Männern ist der Zusammenhang nämlich umgekehrt - zumindest in Arbeiterberufen. Dort verdienen Männer am meisten mit einem BMI zwischen 23 bis 30. Schlanke Männer müssen mit bis zu 8 Prozent weniger Gehalt klarkommen. In diesem Bereich hat der BMI aber nicht nur Einfluss auf den Lohn, sondern auch auf die Chance, überhaupt eingestellt zu werden. Die Ökonomen vermuten deshalb, dass ein niedriger BMI bei Männern mit körperlicher Schwäche gleichgesetzt wird.

In aller Kürze bedeutet das: Bei Frauen gibt es einen Schlankheitsbonus beruhend auf der Attraktivität. Bei Männern wird ein schlankes Erscheinungsbild dagegen eher als körperliche Schwäche ausgelegt und ist ein Nachteil. Sicher, dass Schönheit sich besser verkauft, ist nichts Neues. Aber Gehaltsunterschiede von bis zu 12 Prozent sind ein schlechter Witz. Ein Witz, der leider auf Kosten vieler hart arbeitender Männer und Frauen geht.

Angesichts dieser Studie sollten Arbeitgeber vielleicht ihre eigene Einstellung zur Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft reflektieren und ihre Gehaltsmodelle anpassen.

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