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Studie zeigt: Antibabypille verändert die Gehirnstruktur

Macht das Verhütungsmittel depressiv?
Macht das Verhütungsmittel depressiv? Nebenwirkungen der Pille 00:00:35
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Antibabypille soll Hirnfunktionen beeinträchtigen

Stimmungsschwankungen oder Absenkung der Libido: Die Antibabypille kann viele Nebenwirkungen haben. Die meisten Frauen nehmen das jedoch in Kauf, denn die Pille ist das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Doch eine neue amerikanische Studie will jetzt noch viel schwerwiegendere Folgen aufgedeckt haben. Demnach soll die Pille dazu führen, dass sich Teile des Gehirns verkleinern und deren Funktionen sogar beeinträchtigt werden.

Antibabypille
Laut einer aktuellen Studie verändert die Pille die weibliche Gehirnstruktur © picture alliance / CTK, Josef Horazny

Neurowissenschaftler der University of California Los Angeles (UCLA) führten die Studie mit 90 Frauen durch und fanden Folgendes heraus: Bei Frauen, die mit der Pille verhüteten, waren zwei Kernregionen des Gehirns dünner als bei Frauen die keine Hormone einnahmen. Zum einen handelt es sich dabei um den lateralen Orbitofrontalen Kortex, der für die Emotionskontrolle und die Entscheidungsfindung wichtig ist. Zum anderen ist der Posteriores Cingulum Kortex betroffen: Er verarbeitet relevante Informationen und Erinnerungen.

Nicole Petersen ist Neurowissenschaftlerin der UCLA und Haupt-Autorin der Studie, die in der Zeitschrift 'Human Brain Mapping' erschien. Die Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, "dass diese Änderung in dem lateralen orbitofrontalen Kortex zu den emotionalen Veränderungen führen kann, welche einige Frauen im Zusammenhang mit der Verwendung von Antibabypillen erfahren". Angst und Depressionen wären die Folgen der sich verkleinernden Gehirnstruktur.

Wissenschaftler sind sich bisher noch nicht sicher, ob die neurologischen Veränderungen bestehen bleiben oder ob sie nur andauern, solange die Pille eingenommen wird. Fest steht: Die Forschung über den neurologischen Effekt der Pille ist momentan noch sehr limitiert – endgültige Schlussfolgerungen können noch nicht gezogen werden.

Dennoch raten Wissenschaftler diese Studie als Warnung zu sehen und das Bewusstsein für mögliche Nebenwirkungen zu erwecken. Frauen sollten sich in jedem Fall medizinisch informieren, um entscheiden zu können, welches Verhütungsmittel sie wählen.

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