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Studie: Sozial benachteiligte Kinder häufiger übergewichtig

Kinder aus sozial schwachen Gegenden sind häufiger übergewichtig als andere Kinder. Und übergewichtige Eltern haben eher übergewichtige Kinder. Dies sind Ergebnisse der bundesweit ersten Längsschnittuntersuchung zum Thema Übergewicht bei Kindern, die seit 2006 in Dortmund läuft. Dabei werden sechs Jahre lang insgesamt 1.300 Kinder der Geburtsjahrgänge 2005 bis 2007 untersucht.

Waren Neugeborene und Einjährige noch weitgehend normalgewichtig, hatte bei den Dreijährigen der Anteil der übergewichtigen Kinder deutlich zugenommen, berichtete Prof. Günter Eissing von der Technischen Universität Dortmund. 16 Prozent der Dreijährigen seien übergewichtig, weitere 8 Prozent sogar fettleibig. Damit ist fast jeder vierte Dreijährige in Dortmund zu dick. Vergleichszahlen wurden nicht genannt. Eissing lehrt in Dortmund Gesundheitsförderung und Verbraucherbildung. "Die Zunahme von Übergewicht beginnt im Kleinkindalter, wenn die Kinder selbst essen können", sagte Eissing. Der Lebensstil der Eltern sei dabei ein bedeutender Faktor. Ebenfalls großen Einfluss habe der Sozialraum, in dem die Kinder leben. Sind Einkommen, Bildung und Beschäftigung geringer, ist das Übergewicht der Dreijährigen deutlich höher als in stärkeren Sozialräumen. Andere Faktoren wie etwa ein Migrationshintergrund spielten keine Rolle.

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