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Studie beweist: Homöopathie funktioniert nicht! Wirklich nicht?

Studie beweist: Homöopathie funktioniert nicht! Wirklich nicht?
© dpa, Frank Rumpenhorst

Menschen sehnen sich nach alternativen Heilmethoden

Wirkt Homöopathie oder nicht? Die einen schwören auf die alternative Heilmethode, die anderen glauben nur an einen Placebo-Effekt. Eine australische Großstudie will jetzt ganz klar herausgefunden haben: Homöopathie funktioniert nicht!

Von Jutta Rogge-Strang

Die australische Gesundheitsbehörde National Health and Research Council" (NHMRC) hat 1.800 Studien über Homöopathie ausgewertet und stellt ganz klar fest: "Homöopathie ist bei jeglicher Anwendung wirkungslos." Die NHMRC-Studie habe gezeigt, dass Homöopathie nicht besser wirke als ein Placebo. Der Leiter der Gesundheitsbehörde, Warwick Anderson, warnte ausdrücklich davor, chronische oder schwere Erkrankungen nur mit Homöopathie zu behandeln: "Menschen, die sich für Homöopathie entscheiden, riskieren ihre Gesundheit, wenn sie anerkannte und wirkungsvolle Therapien ablehnen oder verzögern."

Die kleinen weißen homöopathischen Kügelchen wurden ab 1796 nach den Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann entwickelt. Der glaubte fest daran, dass Krankheiten durch Mittel geheilt werden können, die der Krankheit ähnlich sind, dem so genannten Ähnlichkeitsprinzip. Der Stich einer Biene wird zum Beispiel mit Apis behandelt: Die Kügelchen werden aus der Apis mellifica hergestellt, der westlichen Honigbiene. Vereinfacht ausgedrückt wird die Grundsubstanz des Heilmittels solange verdünnt, bis der Ausgangsstoff nicht mehr nachweisbar ist. Laut Hahnemann werde durch die Verdünnung (Potenzierung oder Dynamisierung) die "verborgene geistige Kraft" der Arznei wirksam.

Eine solche Einstellung ist natürlich Gift für die Pharma-Industrie: Denn hier werden effektive Mittel verkauft, die ihre Nebenwirkungen haben. Für Produkt-Werbung werden von der Industrie Unsummen ausgegeben. Und trotzdem sehnen sich die Menschen nach alternativen sanften Heilmethoden. Aber ist der Glaube an Homöopathie wirklich nur Quatsch?

Bei leichten Erkrankungen ist eine Homoöpathie eine gute Alternative

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich sehr gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht habe. Ein Sonnenstich wurde erfolgreich mit Homöopathie kuriert, ich schwöre auf Arnica-Kügelchen bei Verletzungen, Aconitum bei beginnender Erkältung oder eben Apis bei Bienenstichen. Das sind allerdings keine schweren Krankheiten, und vielleicht – aber auch nur vielleicht – wäre alles ohne die Kügelchen von ganz alleine ausgeheilt.

Mein Hausarzt hat sich nach vielen Jahren jedenfalls von der Homöopathie abgewendet. Sein Argument: Trotz sorgfältigster Mittelwahl konnte er oft nicht das gewünschte Ergebnis erzielen. Tatsächlich behandelt er heute hauptsächlich mit Traditioneller chinesischer Medizin (TCM).

Ich habe jedoch beobachtet, dass insbesondere Kinder sehr gut auf Homöopathie ansprechen. Liegt es aber vielleicht an der Zuwendung, am festen Glauben daran, dass die Kügelchen wirken müssen oder am Urvertrauen in die Liebe der Eltern? Und wenn ein Placebo-Effekt eintritt, ist das dann eigentlich schlecht? Tatsächlich aktiviert der Körper dann ja Selbstheilungskräfte und ist für die nächsten Viren- und Bakterienangriffe gerüstet.

Ich bin jedoch sehr froh, dass wir heutzutage auf die Methoden und Medikamente der Schulmedizin zurückgreifen können. Denn falls die Kügelchen nicht funktionieren, hat man immer noch eine Alternative in der Rückhand. Bei schweren Erkrankungen ist das ein Segen. Denn auch die mussten wir in unserer Familie bereits durchstehen, und ohne die klassische Schulmedizin hätte es lebensbedrohlich enden können.

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