Stripper in US-Altenheim erregt die Gemüter

Stripper in Altenheim
Klage: Stripper bringt Altenheim durcheinander. © Caters News Agency

Strip-Show im Pflegeheim - Missbrauch oder nur ein Spaß?

Im East Neck Nursing Center, einem Pflegeheim für Senioren in New York, schlägt der Besuch eines Strippers nun hohe Wellen. Nachdem der Sohn einer Bewohnerin ein Bild in den Sachen seiner Mutter fand, auf dem sie einen Geldschein in den Slip eines Strippers steckte, schlug er Alarm. Er fürchtet, seine Mutter könne einen körperlichen Schaden davongetragen haben. Die Mitarbeiter des Heimes ignorierten seine Beschwerden zunächst. Daher hat die Familie beschlossen, das Heim zu verklagen.

Der Vorfall ereignete sich im September 2012. Der engagierte Stripper war nicht der erste, der die Bewohner und Angestellten des Heimes mit seiner Strip-Show amüsieren wollte. Nach Angaben der Heimleitung wurde dieses "Vergnügen" schon des Öfteren gebucht. Der Sprecher des Heimes betonte, dass jedes Mal von den Senioren abgestimmt wurde und die Bewohner freiwillig an den Events teilnahmen. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der Stripper die Hand von Bernice Youngblood zu seiner Unterwäsche führt. Die Familie der betroffenen ist entsetzt, die 85-Jährige hätte ihr ganzes Leben als gläubige Baptistin gelebt, nun fühle sie sich beschmutzt.

Die Show ist nach Meinung der Familie lediglich dazu da gewesen, das Personal zu amüsieren, mit dem vollen Bewusstsein, dass die Heimbewohner nicht in der Lage wären, sich physisch oder psychisch dagegen zu wehren. Ebenso ist die Familie verwundert, dass das private Geld, das eigentlich abgeschlossen ist, dafür verwendet wurde, Stripper zu bezahlen.

Seniorin beschämt nach Stripper-Auftritt

Howard Fensterman, der Rechtsanwalt des Heimes, erklärte indes, dass die 250 Dollar, die der Stripper kostete, bei der Heimleitung beantragt, und von einem 16-köpfigen Ausschuss bewilligt wurden. Die Bewohner seien erwachsen und in der Lage, über sich selbst und ihre Freizeit zu bestimmen und eben auch zu entscheiden, ob sie sich eine Strip-Show ansehen wollen oder nicht. Ebenfalls argumentiert der Rechtsanwalt, dass einer ihrer Söhne Bernice Youngblood in die Stripshow begleitet hätte.

Das sei für die Klage unerheblich, so die Familie. Selbst wenn es der Sohn gewesen wäre, sei die alte Dame zu Schaden gekommen. Außerdem leide sie an Demenz. Das Papier, mit dem der Anwalt beauftragt wurde, hätte sie aber selbst unterschreiben können, so der Sohn. "Sie hat Momente, in denen sie teilweise bei klarem Verstand ist."

Die Gemüter kochen über bei dieser heißen Diskussion. Den Reportern erklärt die alte Dame: Es sei "schrecklich“ und sie sei beschämt. Aber wer will sich auch schon von seinem Sohn dabei erwischen lassen, einem Stripper fünf Dollar in den Hosenbund zu stecken?

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