GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Stressmanagement: 10 Irrtümer über Stress

Stress abbauen: Was ist positiver Stress?
Häufig ist Stress ein Kopfproblem, denn viele Situtationen sind vermeidbar. © runzelkorn - Fotolia, © 2014 Markus W. Lambrecht

Wird man wirklich krank durch Stress?

Beim Thema 'Stress' schwirren einem wohl meistens negative Gedanken wie Kopfschmerzen und Panik durch den Kopf. Doch ist Stress wirklich immer negativ? Oder bilden sich viele nur ein, gestresst zu sein? Genug Fragen, um mal mit den größten Stressmythen aufzuräumen.

Ich bin gegen Stress machtlos

Niemand ist Stress einfach ausgeliefert. Achten Sie bewusst auf Ihre Pausen, die für Entspannung sorgen. Häufig stressen Dinge, die süchtig machen, wie zum Beispiel das Smartphone. Legen Sie es deshalb auch einmal weg oder schalten Sie es abends aus. Gönnen Sie sich genügend Freizeit. Freunde treffen, Sport machen, Spaß haben – das alles beugt Stress vor.

Ich bin zu platt, um etwas gegen Stress zu tun

In seinem Buch 'Psycho-Infarkt' – besser vorbeugen bei Psychostress im Beruf‘ beschreibt Dr. Christian Lüdke, dass Sie schnell in einen Teufelskreis geraten können, wenn Sie sich in Stresssituationen selbst bemitleiden und zu sehr schonen. Wer zu platt zum Sport machen ist, wird dicker, raucht, trinkt zu viel. Um das zu verhindern, sind Menschen in Ihrer Nähe ganz wichtig, die Sie mitziehen und motivieren.

Stress macht immer krank

Stress wirkt sich nicht immer negativ auf Ihre Gesundheit aus. Im Gegenteil: Er kann helfen, gestärkt aus schwierigen Situationen herauszukommen. Wenn Sie eine Stresssituation überstanden haben, können Sie eine persönliche Weiterentwicklung feststellen.

Stress ist immer negativ

Stress kann durchaus positiv sein, wenn Sie das richtige Maß finden. Auch die Leistungsfähigkeit wird erst einmal gefördert. Stress setzt Energien frei, wenn sie es nicht übertreiben. Er kann Sie pushen, vorrausgesetzt, es handelt sich um einen zeitlich begrenzten Zustand.

Stress macht schlank

"Wenn ich Stress habe, stehe ich so unter Strom, dass ich gar nicht zum Essen komme oder keinen Appetit mehr habe", hört man häufig. Grundsätzlich hat Stress aber genau den umgekehrten Effekt: Das Hormon Kortisol verändert den Stoffwechsel und führt zur vermehrten Fetteinlagerung, vor allem im Bauch- und Taillenbereich, wo es besonders gesundheitsschädlich ist. Wer unter einer hohen Belastung leidet, ernährt sich häufig unausgewogen. Auch das schadet eher Ihrer Figur.

Stress am Arbeitsplatz: Beziehungen schuld, nicht die Belastung

Stress wirkt sich auf Frauen und Männer gleich aus

Zwar reagieren Frauen und Männer körperlich ähnlich auf Stress, die Folgen können sich aber sehr unterscheiden. Während die Stressbelastung bei Männern häufiger zu Herz-Kreislauf-Problemen führt, macht sie Frauen anfälliger für psychische Erkrankungen. Laut einer Studie der Universität Michigan könnte das daran liegen, dass sich Frauen grundsätzlich mehr Sorgen um ihre Gesundheit machen.

Ältere Menschen sind schneller gestresst

Bei älteren Menschen macht sich Stress schneller durch körperliche Probleme bemerkbar, weil sie weniger belastbar sind. Die Zahl der psychischen Erkrankungen durch Stress ist aber in den letzten Jahren am stärksten in der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen angestiegen.

Stress entsteht durch viel Arbeit

Ja, Stress entsteht häufig im Arbeitsumfeld, Grund dafür ist aber nicht unbedingt die Arbeitsbelastung. Vielmehr sind häufig negative Beziehungen und Emotionen am Arbeitsplatz die eigentlichen Ursachen, wie Forscher an der Universität Helsinki herausfanden. Gestresst sind diejenigen, die wenig Kontrolle über ihr Handeln haben, zu wenig Anerkennung bekommen, nicht genug verdienen oder nur geringe Aufstiegschancen haben.

Gegen Stress hilft nur Entspannung

Gestresste Menschen kommen häufig nicht zur Ruhe und können folglich auch nicht ausreichend entspannen. Das liegt daran, dass ein hohes Kortisollevel Aggressionen auslöst. Dagegen hilft Bewegung, beispielsweise ein Spaziergang um den Block oder leichter Ausdauersport wie Walking. Zudem gilt: Wer sich wenig aktiv beschäftigt, grübelt ständig und hält das Stresslevel hoch.

Stress ist ein modernes Phänomen

Der Blutdruck steigt, Muskeln spannen sich an, der Puls beschleunigt sich. Bei Stress schüttet der Körper große Mengen der Hormone Adrenalin und Kortisol aus. Dann schaltet der Körper auf Angriff oder Flucht, das ist ein uralter Überlebensmechanismus. Die körperliche Reaktion auf Stress ist nicht neu, sondern lief schon bei den Steinzeitmenschen so ab. Das Thema 'Stress' ist also keinesfalls eine Erfindung der heutigen Zeit.

Anzeige