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Stressfaktor Lärm: Krach fördert Herzinfarkt und Co.

Am Internationalen Tag gegen den Lärm wird vor den Folgen des Lärms gewarnt.
Die Lärmbelastung nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen macht der Lärm krank. © Jeanette Dietl - Fotolia, Jeanette Dietl Ludwigstr. 38 930

Lärm steigert Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko

Lärm ist einer der stärksten Stressfaktoren überhaupt. Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen. Ob Verkehrslärm, der Geräuschpegel im Büro oder laute Musik: Lärm fördert Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Er kann zu Verspannungen und Schlafstörungen führen und steigert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Schon Kinder leiden unter Konzentrationsstörungen infolge des Lärms. Der Tag gegen den Lärm am 30. April soll Menschen für das Problem sensibilisieren.

Im Gegensatz zu Abgasen wird der Lärm, den der Straßen- und Luftverkehr verursacht, in der Regel nicht als Gefahr wahrgenommen. Dabei kann er der Gesundheit massiv schaden. "An Lärm kann man sich nicht gewöhnen“, erklärt Professor Stefan Kääb, Leitender Oberarzt am Klinikum der Universität München, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Laut dem Mediziner werde durch Lärm bei Erwachsenen vor allem das Herz-Kreislauf-System, bei Kinder vorrangig die Konzentrationsfähigkeit und damit die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigt.

Doch auch der Lärm im Büro wird zunehmend zum Problem: Mediziner vom Hörzentrum der Universität Oldenburg warnen, dass der Grad der Belästigung durch klappernde Tastaturen und Gespräche der Kollegen unterschätzt werde. Die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern könne durch Bürolärm um fünf bis zehn Prozent sinken.

2012 ergab eine Umfrage des Umweltbundesamtes, dass sich etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Wohnumgebung vom Lärm des Straßenverkehrs gestört fühlt. Vom Schienenverkehr fühlt sich fast jeder Dritte gestört, beim Fluglärm etwas mehr als ein Fünftel. Rund fünf Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind dem Helmholtz Zentrum München zufolge am Arbeitsplatz Lärm ausgesetzt, der das Gehör gefährdet.

Lärm löst im Körper Stress aus

Auch bei Jugendlichen steigt die Zahl der Hörschäden. Hauptursache dafür ist das laute Hören von Musik. Bereits unter einem Schalldruckpegel von 85 Dezibel kann Lärm krank machen – und zwar auch dann, wenn er nicht als störend empfunden wird.

Lärm löst im Körper Stressreaktionen aus. Es kommt zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Infolgedessen steigen die Herzfrequenz und der Blutdruck. In Deutschland sind etwa 4.000 Herzinfarkte jährlich allein auf Straßenverkehrslärm zurückzuführen.

Die Deutsche Gesellschaft für Akustik (ALD) appelliert an jeden Einzelnen: Jeder könne dazu beitragen, den Lärmpegel zu reduzieren. Eine Maßnahme sei beispielsweise, in der Stadt öfter das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad zu fahren.

(Quelle: dpa)

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