Stress durch Emails

Analysten schätzen, dass Mitarbeiter in großen Unternehmen im Durchschnitt rund 200 E-Mails am Tag erhalten. Allein die steigende Menge der Mails stellt so manchen IT-Leiter vor Herausforderungen. Doch die technische Infrastruktur für die elektronische Kommunikation in den Griff zu bekommen, ist noch die kleinste Aufgabe. Viel schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob angesichts der Flut von Mails, die täglich im Posteingang eines Mitarbeiters auf Erledigung warten, noch produktiv gearbeitet werden kann. Viele Angestellte ahnen, dass dies nicht der Fall ist. Denn laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens TNS Emnid, die im Auftrag der IT-Firma Iron Mountain erstellt wurde, leidet ein Drittel der Angestellten wegen dieser E-Mail-Flut unter Stress.

Eigentlich sollten E-Mails die Produktivität eines Unternehmens erhöhen. Betrachtet man aber die Aussagen, wie Mitarbeiter mit der hohen Zahl täglich empfangener Posteingänge umgehen, sind Zweifel am Segen der elektronischen Kommunikation angebracht. Lediglich 15 Prozent der Befragten lassen ihre Mails etwa nach Priorität vorsortieren. Fast die Hälfte gibt an, E-Mails jeweils nach Erhalt zu beantworten. Zwölf Prozent dagegen lesen ihre Mails nur zu einer bestimmten Zeit. Man ist fast geneigt zu sagen, dass diese Gruppe sich dann auf das Wesentlichste, nämlich ihre Arbeit, konzentrieren kann und durch E-Mails nur unwesentlich gestört wird. Überhaupt keine Sorgen wegen der vielen unbeantworteten E-Mails machen sich 17 Prozent der Angestellten, die eine ganz praktische Lösungen gegen die Mail-Flut gefunden haben: Sie löschen einfach solche Mails. Nach dem Motto 'aus dem Auge, aus dem Sinn' handeln sogar sehr viele Geschäftsführer. Fast ein Drittel von ihnen geht nämlich so vor.

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