HOCHZEIT HOCHZEIT

Störfaktor: Ist es als Braut okay, Kinder von der Hochzeit auszuschließen?

Kinder können Feierlichkeiten stören. Ist das Ausladen auf der eigenen Hochzeit okay?
Eine Gästeliste ohne Kinder. Ist das okay? © Getty Images/iStockphoto, monkeybusinessimages

Die Kleinen sollen zu Hause bleiben

In der amerikanischen 'Cosmopolitan' erklärt eine Autorin, dass sie auf ihrer schicken Hochzeit in New York keine Kinder haben will. Eltern sind zu ihrer Feier, die sie detailliert durchgeplant hat, explizit nur ohne ihren Nachwuchs eingeladen. Ist diese Haltung legitim oder diskriminierend und kinderfeindlich? 

Entspannt feiern ohne kleine Störenfriede

Von Christiane Mitatselis
Brautpaare wünschen sich für ihre Hochzeiten unvergessliche Momente. Man stelle sich vor: Der Braut stehen gerade Tränen in den Augen, weil ihre beste Freundin berichtet hat, wie sich das Paar einst kennenlernte. Auch die Gäste sind gerührt – und plötzlich blökt es auf dem Hintergrund: "Mamaaa, der Noa hat mich gehauen, wuaaaah!“ Und alles ist kaputt. Unvergessen wird nur der kleine Störer bleiben.

Kinder können auf Festen eine Plage sein. Für die Gastgeber, aber auch für ihre Eltern, die sich nicht entspannen können, da sie, wenn sie verantwortungsvoll sind, permanent darauf achten müssen, dass der Nachwuchs nichts anstellt.


Deshalb ist es legitim, eine Feier ohne Kinder zu veranstalten, wie es die Autorin der Cosmopolitan getan hat. Sie hat alles im Detail geplant, in ein edles Restaurant geladen, viel Geld ausgegeben, damit ihre Hochzeit so wird, wie sie es wünscht. Und sie hat das Recht dazu, festzulegen, wer kommen darf und wer nicht.


Besonders, wenn es sich um eine förmliche Veranstaltung handelt, sind kleine Kinder fehl am Platz. Denn sie langweilen sich und werden irgendwann automatisch zu Störenfrieden.
Eltern, die sich dadurch beleidigt fühlen, holen in diesem Zusammenhang gern die Kinderfeindlichkeits-Keule hervor. Ihnen kann man nur entgegnen: Eine solche Haltung ist nicht kinderfeindlich, sondern realistisch. Wer in Ruhe feiern möchte, wer sich relaxte Gäste wünscht, die sich unbeschwert unterhalten und einander widmen können, der veranstaltet eine Party ohne Kinder. Selbst wenn die Kleinen gut erzogen sind, können sie immer irgendeinen Unfug anstellen. Zum Beispiel vor Türklinken rennen oder Mobiliar umschmeißen. Es sind halt Kinder, die nie zu 100 Prozent kontrollierbar sind.


Ganz abgesehen davon, dass die lieben Kleinen meist früh müde und dadurch unerträglich werden. In all diesen Fällen gibt es am Ende Geplärre – und gestresste Erwachsene. Deshalb genießen es viele Eltern, wenn sie einmal ohne ihre Lieblinge unterwegs sein können.
Wer sich dadurch hingegen diskriminiert fühlt, der braucht einer solchen Einladung nicht zu folgen. Es gibt genügend Feste, auf denen der Nachwuchs ausdrücklich erwünscht ist. Jeder Gastgeber hat das Recht zu entscheiden, welche Art von Party er veranstalten will.

Anzeige