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Stimme und Persönlichkeit: Das verrät Ihre Stimme über Sie

Stimme und Persönlichkeit: Das verrät Ihre Stimme über Sie
Diese Eigenschaften offenbart Ihre Stimme © picture alliance / Bildagentur-o

Was verrät unsere Stimme über unseren Charakter?

Die Augen sind der Spiegel der Seele? Von wegen! Unsere Stimme verrät viel mehr über die Persönlichkeit. Dem Forscher Walter Sendlmeier zufolge lassen sich am Klang der Stimme Launen, Emotionen und sogar Charakterzüge erkennen- ob man will oder nicht.

Der 'Singsang' in der Stimme variiert von Mensch zu Mensch und ist situationsabhängig. Wenn also zwei Menschen das Gleiche sagen, hat es nicht zwangsläufig auch die gleiche Bedeutung. Denn die Stimme vermittelt oft mehr Inhalt als bloße Worte. Vieles hängt von der Stimmfarbe, der Sprachmelodie und der Atmung ab. Wie die eigene Stimme auf andere wirkt, ist den meisten Menschen jedoch gar nicht bewusst.

Jeder Mensch versendet diese unterbewussten Botschaften über seine Stimme an sein Gegenüber. Einiges erkennt man innerhalb weniger Sekunden, wie zum Beispiel das Geschlecht des Gesprächspartners. Frauen sprechen bekanntlich höher und emotionaler als Männer, was mit den dünneren und kürzeren Stimmlippen und dem kleineren Resonanzraum zu tun hat. Zusätzlich wird die Stimme von der individuellen Sprachmelodie und der Aussprache beeinflusst.

Selbst das Alter gibt die Stimme preis, so Sendlmeier im Gespräch mit dem 'Focus'. Ältere Menschen sprechen häufig langsamer und unkoordinierter. Außerdem klingt ihre Stimme oft rau und zittrig, was an den zunehmenden Veränderungen des Kehlkopfknorpels liegt, die sich auf die Spannung und Position der Stimmlippen auswirken.

Was Sie durch Hinhören erfahren können

Die Stimme ist charakteristisch für jeden Einzelnen. Sie ist sozusagen eine Visitenkarte der Persönlichkeit. Mit ihr kann man andere mitreißen, beruhigen oder aufregen. Eine tiefere, relativ emotionslose Stimme wirkt beruhigend, während eine nasale Aussprache immer etwas arrogant rüberkommt. Wenn man wütend ist, spannen sich alle Muskeln des Körpers an, auch die der Stimme. Auch Trauer schlägt sich in der Stimme nieder, denn die Stimmlippen erschlaffen, wodurch der Mensch weicher und langsamer spricht.

Selbst Herkunft, Emotionen und Charakterzüge lassen sich über die feinen Antennen des Menschen heraushören. Dafür muss man der jeweiligen Sprache nicht einmal mächtig sein. Hinhören allein reicht schon aus. Selbstbewusste Menschen reden beispielsweise schneller, lauter und legen mehr Wert auf die Betonung der Worte als schüchterne. Ein leichtes Zittern in der Stimme kann bereits auf Unsicherheit hinweisen. Diese Menschen sprechen deutlich leiser und versuchen sich hinter ihrer Stimme zu verstecken. Schrille und hohe Stimmen dagegen sind ein Zeichen für emotionalen Stress. Diese feinen Nuancen werden vom Gegenüber allerdings nur unterbewusst aufgenommen und verarbeitet.

Die Einschätzung, die man über die Stimme eines Menschen bekommt, ist somit zuverlässiger, als die, die man anhand der Augen oder anderer Äußerlichkeiten trifft. Denn die Stimme zu verstellen, ist gar nicht so einfach.

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