BABY BABY

Stillen oder nicht?

Stillen wirkt sich positiv auf das Benehmen aus
Stillen wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit Ihres Babys aus, sondern auch auf das spätere Benehmen. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Heiko Wolfraum

Stillen wirkt sich positiv auf das Benehmen aus

Kinder, die nicht gestillt werden, benehmen sich schlechter und entwickeln eher Verhaltensauffälligkeiten. Stillen ist also nicht nur gesund für Mutter und Kind, es wirkt sich auch positiv auf das Benehmen der Kinder aus. Dies ist das Ergebnis einer Lanzeitstudie der Universität Oxford. Mütter, die ihr Kind mindestens vier Monate stillen, senken das Risiko, dass das Kind später Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legt um 30 Prozent.

Maria Quigley von der Universität Oxford hat für diese Studie 9.500 Mütter und ihre Kinder über einen Zeitraum von zwölf Monaten zwischen dem Jahr 2000 und 2001 beobachtet. Die Wissenschaftler aus dem Team von Quigley stellten folgendes Ergebnis fest: 16 Prozent der Kinder, die anstatt mit Muttermilch mit Säuglingsmilch gefüttert worden sind, zeigten später Verhaltensauffälligkeiten. Sie waren ängstlicher, sie logen und stahlen mehr und litten häufiger an Hyperaktivität. Bei Kindern, die gestillt wurden, wiesen nur sechs Prozent der Kinder ein solches Verhalten auf. Wenn andere Faktoren, wie das soziale Umfeld und das Einkommen der Eltern berücksichtigt werden, senkt Stillen das Risiko für Verhaltensprobleme bei Kindern im Alter von fünf Jahren sogar um 30 Prozent.

Stillen ist für Mutter und Kind gesund

In Deutschland steigen die Zahlen der Mütter, die ihr Kind stillen in den letzten Jahren stetig an. Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Müttern, ihre Kinder bis zum sechsten Monat ausschließlich zu stillen und dann langsam abzustillen. Die Gründe liegen auf der Hand: Muttermilch ist für Babys die beste Nahrung.

Studien haben belegt, dass Stillen das Risiko für Infektionskrankheiten senkt und das Immunsystems des Babys stärkt. Darüber hinaus leiden Kinder, die gestillt worden sind, seltener an Allergien oder an Krankheiten wie Neurodermitis und Asthma. Doch auch die Mütter profitieren durchs Stillen: Durch das Stillen werden Hormone ausgeschüttet, die das Wohlbefinden der Mutter steigern und die Mutter-Kind-Bindung stärken. Darüber hinaus reduziert Stillen das Risiko an Brustkrebs oder an Osteoporose zu erkranken.

"Wir haben herausgefunden, dass Kinder im Alter von fünf Jahren, die mindestens vier Monate lang gestillt worden sind, seltener Verhaltensprobleme aufweisen. Dennoch müssen diese Beobachtungen nicht direkt mit dem Stillen zusammenhängen - es können mehrere Faktoren verantwortlich sein", erklärte Quigley der britischen Zeitschrift 'Daily Mail'.

Die Gruppe der Frauen, die ihre Kinder gestillt hat, war im Durchschnitt auch älter, gebildeter und hatte einen höheren sozioökonomischen Status, erklärte die Wissenschaftlerin weiterhin. Auch wenn noch unklar ist, wie hoch der positive Einfluss des Stillens auf das Verhalten des Kindes ist, erklärte Quigley abschließend: „Allerdings scheint es sich abzuzeichnen, dass wir weniger Verhaltensauffälligkeiten als einen weiteren Vorteil des Stillens hinzufügen können.“

Anzeige