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Stillen im Flugzeug verboten: Delta Airlines verursacht Twitter-Shitstorm

Stillen im Flugzeug ist nicht überall erlaubt
Per Twitter fragt Lindsay Jaynes bei Delta Airlines nach, ob das Stillen im Flugzeug möglich sei. © picture alliance / CTK, Horazny Josef

Stillen im Flugzeug ist nicht immer erwünscht

Stillen verboten! Weil die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines einer jungen Mutter das Stillen ihres Babys an Bord ihrer Maschinen untersagte, hagelt jetzt eine Protestwelle auf das Flugunternehmen ein.

Als Lindsay Jaynes, eine Mutter aus Kalifornien, mit ihrem zehn Wochen alten Sohn verreisen wollte, erkundigt sie sich vorab bei ihrer Fluggesellschaft Delta Airlines nach den Regelungen für das Stillen im Flugzeug. Die Antwort der Fluggesellschaft hat nicht nur stillende Mütter überrascht und sorgt auf Twitter für einen Sturm der Entrüstung.

Es begann alles mit einem einfachen Tweet. "Wie sind eure Regeln fürs Stillen?" fragt Lindsay Jaynes die Fluggesellschaft Delta Airlines auf dem eigens für Kundenafragen eingerichteten Twitter-Account @DeltaAssist. Die Antwort kommt prompt und ist nicht nur für die stillende Mutter überraschend: "Leider ist Stillen bei uns an Bord nicht erlaubt. Es sei denn, sie benutzen ein Stilltuch." Für die stillende Mutter keine Option. Ihr Kind fühle sich durch ein Stilltuch gestört und könne nicht trinken.

"Mein Flug dauert sechs Stunden und mein Kind muss alle zwei Stunden gefüttert werden. Was schlagen Sie vor?", fragte Jaynes daher nach. Sie könne doch Milch abpumpen und ihren Sohn während des Fluges mit der Flasche füttern. Muttermilch dürfe sie natürlich mit an Bord bringen, schlägt ihr daraufhin der freundliche Delta-Mitarbeiter vor. Was er leider übersehen hatte: Schon im Vorfeld hatte Lindsay Jaynes erklärt, ihr Kind würde sich weigern, aus der Flasche zu trinken. Mittlerweile wurde der Twitterverkehr der stillenden Mutter mit der Fluggesellschaft von anderen Twitter-Followern kommentiert und Entrüstung machte sich breit.

In den USA gibt es heiße Diskussionen über das öffentliche Stillen

Also hakte Lindsay Jaynes noch einmal nach: "Auch wenn es mir gesetzlich erlaubt ist, meinen Sohn ohne Tuch zu stillen, wollen Sie es verbieten? Ist das eine offizielle Regel von Delta?" vergewissert sie sich bei der Fluggesellschaft. Die Antwort der Airline lässt ein paar Stunden auf sich warten - und kommt dieses Mal nicht von @DeltaAsssist, sondern einem anderen Account.

Hier entschuldigt man sich für die Falschinformationen des Kollegen. "Delta heißt stillende Mütter und ihre Babys natürlich herzlich willkommen an Bord." Doch das Netz reagiert sehr viel schneller als der Kundendienst von Deta Airlines. Längst ist auf Twitter ein Shitstorm gegen Delta Airlines entfacht. Immer mehr Nutzer reagieren auf die Konversation der jungen Mutter mit der Fluggesellschaft, kündigen Proteste und den Rücktritt von Flügen an. Oder wie Nicole aus Texas in ihrem Twitter-Post treffend feststellt: "Es gibt zwei Gruppen auf dieser Welt, mit denen du dich nicht anlegen solltest: Waffenbesitzer und stillende Mütter."

Doch die Empörung und Entrüstung ist nicht erstaunlich: Denn das Thema "Stillen in der Öffentlichkeit" ist in den USA - trotz gesetzlicher Regelungen - ein heiß diskutiertes Thema und längst noch nicht überall erlaubt. Sogar auf der Internetseite des Auswärtigen Amts finden Touristen unter dem Punkt "Besondere strafrechtliche Vorschriften" den Hinweis: "Das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit wird zwar mittlerweile in wohl allen Bundesstaaten von den "indecent exposure"-Strafvorschriften ausgenommen, sollte wie das Nacktbaden am besten jedoch zumindest in Restaurants und Bars bzw. in weniger "liberalen" Gegenden unterlassen werden."

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