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Stille Geburt: Antonia Mitchell will offen über ihre Totgeburt reden

Warum es so schwer fällt, über eine Totgeburt zu reden
Warum es so schwer fällt, über eine Totgeburt zu reden "Sie war klein, perfekt und tot“ 00:01:05
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Mit dem Tabuthema 'stille Geburt' brechen

"Sie war klein, perfekt und tot“, sagt Antonia Mitchell (33) über ihr Baby, dass sie bereits im März letzten Jahres tot zur Welt brachte. Nun sprechen die Eltern emotional und sehr ehrlich über diese Erfahrung. Denn sie wollen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, das Thema zu enttabuisieren. Aber wie geht man mit der 'stillen Geburt‘ eines Babys um?

Stille Geburt, Totgeburt
Gemeinsam ließen sich Antonia und Simon mit ihrem Baby fotografieren © © Antonia Mitchell

Antonia Mitchell aus London steht fast vor der Geburt ihrer kleinen Tochter, als sie merkt, dass sich nichts in ihrem Bauch bewegt. Sie fährt sofort in die Klinik, wo ihr der Arzt bestätigt, was sie bereits befürchtete: Die kleine Shoshana ist tot. Einen Tag später die Totgeburt.

Wie Antonia Mitchell geht es vielen Frauen. Laut einem Bericht des Wissenschafts-Magazins 'The Lancet‘ verlieren weltweit 7.200 Frauen am Tag ihr Baby. In Deutschland gilt: Wenn ein tot geborenes Baby mehr als 500 Gramm wiegt, handelt es sich um eine Totgeburt. Ist es leichter, spricht man von einer Fehlgeburt. Die Totgeburt wird meist künstlich eingeleitet. Dies nennt man auch stille Geburt.

Nach der Geburt haben die Eltern Zeit, sich von ihrem Sternenkind zu verabschieden. Antonia Mitchell und ihr Partner Simon Glynn hielten diesen ergreifenden, schmerzvollen und zugleich wunderschönen Moment in Bildern fest. Sie teilen diese Bilder bei 'Heartfelt‘, einer Seite, die die Erinnerungen an eine stille Geburt festhalten will.

Denn die Eltern von Shoshana wollen nicht über ihre Erfahrung schweigen oder vor Freunden und Verwandten so tun, als wenn das nie passiert wäre. "Ich wünschte, sie würden mich auf das Thema 'stille Geburt‘ ansprechen, statt so zu tun, als wenn es den Verlust nicht gäbe, so zu tun, als wäre mein Schmerz nicht da oder als wäre meine Freude darüber, ein Kind zu haben (selbst wenn es niemals lebte), nicht real“, schreibt Antonia Mitchell aud der Online-Seite der 'Daily Mail‘.

Viele Frauen können nach einem solchen Erlebnis nicht wieder zum Alltag übergehen. Sie wollen darüber reden. Doch sowohl sie selbst, als auch die Menschen in ihrer Umgebung, wissen oft nicht wie. Fehl- und Totgeburten gelten noch immer als Tabuthema. Dabei steht Frauen nach einer Totgeburt sogar Mutterschutz zu. Es gilt eine Schutzfrist von acht bis zwölf Wochen nach der Entbindung.

Antonia Mitchell will darüber sprechen, denn sie will anderen Frauen Mut machen. Sie will anderen helfen, offen mit dem Thema umzugehen und ihnen die Angst vor einer Totgeburt nehmen. "Ihr müsst keine Angst haben vor dem, was uns passiert ist. Es ist kein Risiko für euch, es ist keine Sorge, es war nur ein tragischer Unfall“, schreibt sie eindringlich.

Die emotionalen Bilder ihres Abschieds, finden Sie im Video.

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