Stilberatung: So betonen Sie Ihren Typ

Stilberatung: So betonen Sie Ihren Typ
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Entdecken Sie Ihren eigenen Stil

Welche Frau würde nicht gerne stets stilvoll durch den Alltag schreiten? Glückwunsch an diejenigen, die das bereits geschafft haben. In der Realität sind viele Frauen jedoch zumindest manchmal unsicher, was ihr Outfit betrifft. Was lässt sich womit kombinieren? Steht mir dieses Teil? Und wie kann ich meinen Typ am besten betonen? Fragen, die sich viele Frauen des Öfteren stellen.

Modejournalistin Nina Garcia weiß, wie’s geht. In ihrem Ratgeber 'Der perfekte Stil – Den eigenen Typ betonen' (Mosaik Verlag, 16,99 Euro) hilft sie den künftigen Fashionistas dieser Welt auf die Sprünge.

Um seinen eigenen Stil zu finden, braucht es ihr zufolge drei Schritte. Hier gilt es herauszufinden, welche modischen Schätze frau in ihrem Kleiderschrank bereits hortet, welche Klassiker sie braucht und natürlich, welche Trendteile sie gern hätte. Im Mittelpunkt steht dabei Ninas Mantra: "Klug auswählen, immer chic aussehen und das Beste aus seiner Garderobe machen."

Der Weg zum perfekten Stil: Was habe ich?

Eine Bestandsaufnahme des eigenen Kleiderschranks ist die Basis für das erfolgreiche Entdecken des eigenen Stils. Der erste Schritt ist das Sichten: Sie werden sich wundern, welche vergessenen Schätze sich in den hinteren Ecken Ihres Schranks tummeln. So weit, so gut. Darauf folgt Nina Garcia zufolge der wirklich schwere Teil, das Ausmisten. Hier geht es nicht darum, den Inhalt des Kleiderschranks in die Altkleidersammlung zu stopfen und sich eine komplett neue Garderobe zuzulegen. Nina Garcia fordert Sie vielmehr dazu auf, "dass Sie Inventur machen und Ihren Stil neu überdenken". Dazu gehört natürlich, sich von einigen Stücken zu trennen. Ein schwerer Schritt, bei dem Sie konsequent, aber nicht gnadenlos sein sollten. Denn bestimmt finden sich auch in Ihrem Kleiderschrank "alte Lieben", die Sie zwar vielleicht seit einer halben Ewigkeit nicht getragen haben, aber sich auch nicht davon trennen können.

Die gute Nachricht ist, dass die Mode regelmäßig eine Renaissance erlebt. Vielleicht ist das gute Stück also mittlerweile wieder total in!? Damit Sie nicht aussehen, als hätten Sie in der Karnevalskiste gewühlt, hat Nina Garcia ein paar Tipps. Wie wär’s, wenn Sie das gute Teil einfach ein bisschen abändern lassen? Für einen guten Schneider sollte das kein Problem sein – zumindest solange Sie ihn nicht bitten, die knackenge 32er-Jeans aus den 80ern um zwei Konfektionsgrößen zu "erweitern".

Ninas Ausmist-Tipps: "Überlegen Sie bei jedem Kleidungsstück, das Sie behalten möchten, mit was es sich gut kombinieren ließe." Passt es zu nichts so wirklich, ist auch das nicht unbedingt ein Problem. "Lässt es sich umarbeiten? Wäre es hübscher ohne die Taschen? Oder ohne Ärmel? Mit Gürtel?" Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt und „es macht wirklich Spaß, alten Kleidungsstücken neues Leben einzuhauchen“. Achten Sie dabei aber auch unbedingt auf die Qualität. Sicher, es macht eine Menge Arbeit, sich jedes Stück aus dem Schrank einzeln vorzunehmen, aber es lohnt sich. Also an die Arbeit, die Damen!

Der Weg zum perfekten Stil: Was brauche ich?

Stilberatung: So betonen Sie Ihren Typ
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Ist der Schrank einmal ausgemistet, gibt es genügend Platz für neue Klamotten. Aber Vorsicht: Damit nicht wieder jede Menge unnütze Stücke den Weg in Ihren Kleiderschrank finden, sollten Sie hier mit Bedacht vorgehen. Schreiben Sie alle Teile, die die Ausmistaktion überlebt haben, auf eine Liste. Danach folgt eine Liste der Basics, die sie brauchen. Dazu gehören Nina Garcia zufolge zum Beispiel eine klassische weiße Bluse, ein Trenchcoat, eine gut sitzende Jeans, ein Kaschmircardigan, ein Rock und - nicht zu vergessen - das kleine Schwarze. Schuhe bilden eine Sonderkategorie, oder würden Sie mit drei Paar Schuhen auskommen? High Heels und kniehohe Stiefel sollten in einem gut ausgestatteten Schuhschrank genauso wie klassische Ballerinas zu finden sein. Für einen guten Schuh kann man durchaus auch mal etwas tiefer in die Tasche greifen, schließlich hält er jahrelang. Austoben kann man sich bei günstigen Espadrilles und Sandalen, denen man ihren günstigen Preis nicht ansieht und die nach einer Saison auch gerne mal in der Altkleidersammlung verschwinden.

Egal ob bei Klamotten oder Schuhen: Wichtig ist der Unterschied zwischen billigen und preiswerten Modellen (ja, hier gibt es tatsächlich Unterschiede) sowie echten Schnäppchen. "Nicht der Preis bestimmt die Qualität, sondern die Machart", sagt Nina Garcia. Ganz richtig, schließlich können auch sündhaft teure Klamotten billig wirken. Also Finger weg von schlecht verarbeiteter oder synthetisch wirkender Kleidung! Preiswerte Kleidung ist jedoch kostengünstig, aber gut verarbeitet – hier also gern zugreifen. Genau wie bei echten Schnäppchen: welche Frau freut sich nicht, wenn Sie beim Shoppingbummel ein qualitativ hochwertiges und eigentlich teures Kleidungsstück zu einem unschlagbaren Preis ergattert. Daumen hoch!

Ninas Tipps für einen überlegten (!) Shoppingbummel: "Kaufen Sie nichts, was sich nicht mit mindestens drei Teilen aus Ihrem Schrank kombinieren lässt. Eine kluge Frau sorgt immer für Optionen!"

Der Weg zum perfekten Stil: Was will ich?

Der dritte Schritt auf dem Weg zum perfekten Stil ist wahrscheinlich der, bei dem wirklich jede Frau auf Knopfdruck eine mindestens dreiseitige Liste erstellen könnte – mit glänzenden Augen versteht sich. Da sich das aber nicht unbedingt mit dem Geldbeutel verträgt, ist hier Beherrschung angesagt.

Weil sich in diesem Kapitel nun mal keine allgemeinen, auf jede Frau zutreffenden Ratschläge erteilen lassen (sonst sähe schließlich jede gleich aus), rät Nina Garcia "mit Köpfchen einzukaufen". Während es sich bei echten Klassikern durchaus lohnt, auch mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen, ist bei aktuellen Trendteilen eher eine preiswertere Kategorie zu empfehlen. Weil Trends sich ständig ändern, müssen Sie kein Vermögen dafür ausgeben – "schon gar nicht in Zeiten, in denen Stardesigner immer häufiger Kollektionen für Massenhersteller entwerfen", findet die Mode-Expertin. Rufen Sie sich hier den Unterschied zwischen billig und preiswert ins Gedächtnis und achten Sie auf Qualität. Kunstfasern atmen zum Beispiel nicht und nehmen schnell Gerüche an, während (Baum-)Wolle preiswert, pflegeleicht und langlebig ist. In Kombination mit günstigen und verschiedenfarbigen T Shirts, Tanktops, Strumpfhosen und Accessoires kann frau teurere Basics tagtäglich in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Ninas Tipp für kreative Outfits: Erinnern Sie sich an den Ausbesserungsstapel, den Sie beim Schrankausmisten zur Seite gelegt haben? Aus alten Hosen, Röcken oder Kleidern lassen sich mit ein paar einfachen Kniffen neue Traumteile zaubern. Kürzen oder verlängern Sie den Saum, bringen Sie neue Knöpfe, Nieten oder Spitzendetails an oder fassen Sie die Naht an der Taille ein. "Schlummert nicht in jeder von uns eine Designerin?" Versuchen Sie es doch einfach mal: "Der Teufel steckt im Detail!"

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