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Stiche gegen Beschwerden: Akupunktur fördert Lebensenergie

Akupunktur
Die Akupunktur hat eine uralte Tradition. Etwa seit den 1970er Jahren kommt sie auch in den westlichen Ländern zum Einsatz. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert © DPA

Im Idealfall ist nach der Chinesischen Medizin alles im Fluss - und der Mensch gesund und fit. Die Lebensenergie, das Qi, fließt ungehindert über die weit verästelten Energieleitbahnen, die sogenannten Meridiane, durch den Körper.

Bei Beschwerden ist nach den Vorstellungen der Chinesischen Medizin an bestimmten Stellen das Qi blockiert. Um diesen Energiestau aufzulösen, setzen Ärzte oder Heilpraktiker feine Einmalnadeln an bestimmte Punkte des Körpers, wo sie etwa 20 bis 30 Minuten bleiben: So sieht eine klassische Akupunktur-Sitzung aus. Das wirkt nicht bei jedem gleich - richtet aber auch keinen großen Schaden an.

"Über die Nadeltherapie werden die körpereigenen Heilkräfte aktiviert", sagt die Berliner Ärztin Johanna Stör. Das soll den Menschen wieder in sein natürliches Gleichgewicht bringen und zur Genesung führen. "Wie viele Nadeln an einem Patienten platziert werden, ist von Fall zu Fall verschieden." Im Schnitt kommen nach ihren Angaben 15 Nadeln zum Einsatz.

Eine Behandlung ist sehr individuell. "Der Behandler muss sich dafür Zeit nehmen, um sich ein zutreffendes Bild vom Zustand des Patienten machen zu können", betont Stör. In vielen Fällen reicht Akupunktur als alleinige Behandlungsform nicht aus. Und man muss bedenken, dass die Nadeln nicht bei jedem gleich wirken. Oft sind mehrere Sitzungen nötig, bis eine Wirkung zu spüren ist. Keinesfalls sollte Akupunktur bei unklaren Befunden angewandt werden. Auch bei starken Gerinnungsstörungen oder schweren psychiatrischen Erkrankungen ist die Nadeltherapie nicht empfehlenswert.

Aber: "Die heilende Wirkung der Nadeltherapie ist für eine Reihe von Erkrankungen wissenschaftlich erwiesen", erklärt die Ärztin Gabriela Huemer von der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA). Sie verweist auf die in Deutschland durchgeführten Fachverband Deutscher Heilpraktiker zu finden.


dpa
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