Muttermilch bei Facebook: Ärzte schlagen Alarm!
Handel mit Muttermilch floriert
Stillen ist das natürlichste der Welt – und vermutlich auch das gesündeste fürs Kind. Aber was, wenn es mit dem Stillen nicht klappt? Der eigene Körper nicht genug Muttermilch produziert? Manche Frauen besorgen sich daher Muttermilch von fremden Müttern über soziale Netzwerke wie Facebook. Ärzte und Behörden schlagen Alarm.
Anders als bei geprüften Milchbanken kann die fremde Milch mit Keimen belastet sein. "Frauenmilch ist kein steriles Produkt", sagt Corinna Gebauer, Leiterin der größten deutschen Milchbank in Leipzig ‚Spiegel online‘. So könne zum Beispiel das Bakterium Staphylococcus aureus während der Stillzeit eine Brustentzündung verursachen und durch die Milch Giftstoffe auf den Körper des Säuglings übertragen und zur Vergiftung führen.
Hände weg vom Muttermilch-Handel
Milchbanken befragen daher ihre Spenderinnen sehr genau, außerdem wird die Milch auf Keime untersucht. Das Procedere ist mit den Untersuchungen bei Blutspenden vergleichbar. "So sauber und genau wie die Milchbanken bekommt man das Abpumpen und Kochen zu Hause nicht hin", so Gebauer weiter.
Auch das Alter der Babys sei bei einer Milchspende entscheidend. Die Kinder sollten gleich alt sein, denn die Muttermilch passe sich den Bedürfnissen der Kleinen an. Kurz nach der Geburt brauchen die Säuglinge mehr Nährstoffe als mit ein paar Monaten.
Gebauer warnt eindringlich vor privaten Milchspenden über Facebook und Co. Sie fürchtet, dass hier vor allem der Profit eine Rolle spielt. Gebauer rät: "Viel sinnvoller, als Frauen zu unsicherem Handel mit Muttermilch im Internet zu ermutigen, wäre es, sie beim Stillen zu unterstützen."


















