Blondinen-Insel: Ein Ferienresort nur für blonde Mitarbeiterinnen?
Bildquelle: Olialia Cola
Ein Ferienresort nur mit Blondinen?
Was erhält man, wenn man einer Blondine einen Cent für ihre Gedanken bietet? Wechselgeld. Witze wie diesen müssen Blondinen immer wieder über sich ergehen lassen. Dass sie aber mehr im Kopf haben, als allgemein erwartet wird, will eine Litauerin mit ihrer Organisation ’Olialia’ beweisen. Ihre jüngste Idee: Ein Ferienresort auf den Malediven mit ausschließlich blondem Personal. Aber ob das so schlau ist?
Von Caroline Berger
"Uh la la" - so wird Olialia ausgesprochen und "uh la la" sollen auch alle Zweifler anerkennend sagen, wenn sie sehen, was Blondinen alles leisten können. Das Unternehmen ist dabei, ein regelrechtes blondes Business-Imperium aufzubauen. Es umfasst bereits 75 Arbeitsfelder von der Nahrungsmittel- bis hin zur IT-Branche. Besonders gut verkauft sich in Litauen die Olialia-Cola, die - wie könnte es anders sein - auf Werbeplakaten von blonden Sexbomben angepriesen wird.
Diese sind aber nicht nur sexy, sondern angeblich auch noch smart: "Alle Frauen, die bei uns arbeiten, sind sehr klug und haben allesamt ein Diplom", so Giedre Pukiene, Direktorin von Olialia. Darüber hinaus scheint die blonde Führungsriege ehrgeizig zu sein, denn jetzt wollen Giedre Pukiene und ihr Team auch noch den Tourismussektor erobern. Sie planen ein "Island of blondes", eine Blondinen-Insel - auf den Malediven.
Nicht-blonde Frauen werden ausgegrenzt
Dort, wo normalerweise exotische Tänzerinnen mit bunten Blumen im schwarzen Haar die Touristen verzücken, sollen künftig nur noch blonde Schönheiten Cocktails servieren. Sogar der Pilot, der die Urlauber in den Ferienort fliegt, muss dem Konzept zufolge blond sein. Aber trägt solch ein Ferienresort wirklich zu dem Plan bei, das Image von Blondinen aufzupolieren? Oder ist ein Ort ohne optische Vielfalt nicht eher ein Paradies für Fetischisten?
Inwiefern zeugt es von Intelligenz oder von Cleverness, wenn das gesamte Personal - von der Putzfrau bis zum Barkeeper - blond ist? Meint Giedre Pukiene, bei einem Plausch auf der Toilette oder an der Bar könnte dem Gast aufgehen, dass die Haarfarbe doch nicht den IQ bestimmt? Außerdem würde Olialia mit der "Island of blondes" doch genau das tun, was der Betrieb zu bekämpfen versucht: Diskriminierung. Und genau deshalb stößt der Plan auch auf Widerstand. Gegner des Projektes bemängeln, dass nicht-blonde Frauen ausgegrenzt würden.
Der Alles-Blond-Plan birgt Probleme
Besonders problematisch ist das im Hinblick auf die einheimische Bevölkerung. Diese ist nämlich überwiegend dunkelhaarig - und nebenbei bemerkt überhaupt nicht dumm. Denn ein lokales Gesetz der Malediven gibt vor, dass mindestens die Hälfte der Angestellten in Ferienorten Einheimische sein müssen. Es gibt also nur drei Möglichkeiten: Entweder Giedre Pukiene gibt das Projekt auf. Oder sie rückt von ihrem Alles-Blond-Plan ab und lässt doch ein paar Dunkelhaarige zu. Oder aber es kommt auf der Inselgruppe demnächst zu einem Wasserstoffperoxid-Engpass, weil sich alle die Haare blondieren müssen.
Die selbstbewusste Direktorin scheint aber überzeugt zu sein, dass sich das Problem von alleine lösen wird: "Wir merken, dass Frauen mit dunklen Haaren, die hier arbeiten und von schönen Blondinen umringt sind, letztendlich ihr Haar auch blond färben." Aussagen wie diese zeugen jedenfalls nicht von besonders großer Intelligenz - sondern eher von oberflächlicher Einfältigkeit. Letztendlich scheint es Giedre Pukiene nicht darum zu gehen, der Welt zu zeigen, dass Blondinen nicht dumm sind, sondern darum, blonde Frauen zu vermarkten. Sie hat eine Marke geschaffen, die blond nicht mit smart, sondern mit sexy assoziiert - und das ist ja nun wirklich nichts Neues...


















