Stalker erschießt Ex-Frau trotz Polizei-Schutz

Nico B. war von Eifersucht besessen

Sie hatte geahnt, dass ihr Ex gefährlich ist und ihr etwas antun könnte. Genau deshalb klingelte Claudia B. in Begleitung von zwei Polizisten an der Tür der früheren gemeinsamen Wohnung in Recklinghausen, um ein paar Möbel abzuholen. Doch auch die beiden Beamten konnten nicht verhindern, dass Nico B. plötzlich eine Waffe zog und seine Ex vor ihren Augen erschoss.

Am 23. März betritt Claudia B. die ehemals gemeinsame Wohnung in Recklinghausen. Unter Polizeischutz. Zwei der vier Beamten sind hautnah dabei. Nico B. ist Sportschütze und trägt angeblich immer eine dieser Pistolen im Hosenbund.

Nico B. richtet die Pistole auf die Frau, mit der er 17 Jahre verheiratet war und drückt neun Mal ab. Dass Polizisten direkt dabei stehen, ist ihm egal. Sieben Kugeln treffen Claudia B. in den Oberkörper. Erst dann stoppen die Polizisten den Täter durch einen Schuss ins Bein. Claudia B. stirbt zwei Tage später im Krankenhaus. Im Gerichtssaal zeigt der 52-Jährige späte Reue.

Stalking-Experte Leo Martin glaubt, dass sich solche Tragödien trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wie Polizeischutz nie ganz ausschließen lassen. "Was sie vielleicht hätte noch besser machen können, ist: glasklar zu beschreiben, was ihrer Meinung nach im schlimmsten Fall passieren kann. Diese Bewertung auch zu begründen, um bei der Polizei die hundertprozentige Aufmerksamkeit, absolute Vorsicht zu erreichen. Aber für Sicherheit gibt es nie eine Garantie. Ein Restrisiko wird immer bleiben."

Claudia B. war mit Nico B. beim Paartherapeuten, hatte ihn zum Psychologen geschickt. Denn ihr Mann war besessen von dem Gedanken, die 47-Jährige würde ihn betrügen. Er verfolgte sie zur Arbeit, ertränkte seine Eifersucht mit bis zu einer Flasche Schnaps am Tag. Zuletzt wollte Claudia B. die Scheidung.

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