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Spitzen schneiden - so erkennen Sie einen guten Friseur

Ständig Ärger beim Spitzenschneiden
Ständig Ärger beim Spitzenschneiden Immer wieder Friseur-Missverständnisse 00:04:26
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"Einmal Spitzen schneiden - was ist an dem Auftrag eigentlich so schwer zu kapieren?“ fragen sich viele Frauen, wenn sie unzufrieden vom Friseur kommen. „Da müsste noch viel mehr ab“ sagen die Experten und meinen die meist liebevoll gezüchtete, aber splissige Mähne. Ein scheinbar einfacher Auftrag, der ein Dauerstreitthema zwischen Kundinnen und Friseuren ist. Warum?

Spitzen schneiden - so erkennen Sie einen guten Friseur
Spitzen schneiden - so erkennen Sie einen guten Friseur © picture-alliance/ Frank May, Frank May

Lange Haare - von denen trennen Frauen sich nur äußerst ungern. Auch dann, wenn die Mähne eigentlich kaputt ist. Wie reagieren Friseure auf die Ansage „Nur die Spitzen!“? Fünf Frauen gingen für die RTL-Sendung Punkt 12 zum Friseur, um die Beratung zu testen.

Aber erst einmal: Was genau heißt eigentlich "Spitzen schneiden"? "Spitzen schneiden heißt: Nicht den Haarschnitt verändern. Das heißt wirklich nur die Spitzen schneiden. Aber wenn das Haar soweit nicht in Ordnung ist, das Haar mehr kaputt ist als die Spitzen, muss der Friseur die Kundin darauf aufmerksam machen", sagt Friseur-Meister Wolfgang Zimmer.

Und wie wird das in der Praxis gehandhabt? Julia ist der erste Lockvogel. Wolfgang Zimmer nimmt ihre Haare unter die Lupe und notiert, wie viel eigentlich runter müsste: "12 Zentimeter müssen da ab, weil das Haar keine Substanz mehr in den Längen hat.“ Erkennt der erste Friseur im Test, dass nicht nur ein bisschen ab muss? Die Friseurin berät die Testerin nicht wirklich und schneidet nur ganz wenig ab - obwohl Julia klar sagt, alles Kaputte soll weg! Gerade mal ein Zentimeter kommt wirklich runter!

Der zweite Fall: Nadine. Ihre Haare sind einigermaßen gesund. 3 Zentimeter abzuschneiden reicht, so die Einschätzung unseres Experten. Wird Nadine beim nächsten Friseur besser beraten? Im Grunde entsteht gar keine Kommunikation. Es wird über der Kundin hinweg gesprochen mit anderen Kollegen. „Das ist einfach eine Unart", urteilt Zimmer. Immerhin: Die Friseurin schätzt die Haargesundheit offenbar richtig ein. Und schneidet etwas mehr als 2 Zentimeter ab.

Der Härtefall im Test ist Sophie mit ihrer splissigen Mähne. Laut Expertenmeinung sind gute 10 Zentimeter fällig. Die Test-Friseurin guckt sich Sophies Haar auch genau an und wählt dann trotzdem die Variante auf Nummer sicher gehen und sich lieber nicht auf eine Diskussion mit der Kundin einlassen. Sophie ist mit dem Ergebnis zufrieden „weil ich natürlich meine langen Haare behalten konnte. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich das abgeschnitten hat, was kaputt war." Der Experte: „Hier hätte wirklich mehr abgeschnitten werden müssen. Das Haar ist immer noch kaputt, sprich: Es hat noch Spliss!" Statt 10 fallen lediglich 4,5 Zentimeter.

Bei den letzten Testerinnen Jasmin und Michaela wird tatsächlich genau das abgeschnitten, was auch nötig ist.

Warum ist die Beratung im Test oft mangelhaft? Zimmer hat eine Erklärung: „Es fehlt ihnen einfach die Zeit, sich um die Kundin zu kümmern, weil die nächste Kundin schon wartet.“ Wenn Sie das Gefühl haben, nicht ausführlich genug beraten zu werden, äußern Sie Ihre Kritik. Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihren Haaren auch wirklich etwas Gutes getan wird.

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