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Spitzel im Kinderzimmer: Bundesnetzagentur fordert, Puppe 'My Friend Cayla' zu zerstören

Puppe 'Cayla' - Gefährliches Spielzeug im Umlauf
Puppe 'Cayla' - Gefährliches Spielzeug im Umlauf Ausspioniert im Kinderzimmer 00:02:23
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'Cayla' sammelt Daten und schickt sie an Hersteller weiter

Sie sieht harmlos aus, ja gerade zu niedlich - die beliebte Puppe 'My Friend Cayla'. Doch Verbraucherschützer warnen vor dem Spielzeug. Cayla besitzt ein Mikrofon und eine eingebaute Funk-Verbindung. Alles, was Kinder ihrer Puppe im Spielzimmer anvertrauen, kann und wird an Dritte weitergeleitet. Deshalb geht die Bundesnetzagentur jetzt sogar so weit, Eltern dazu aufzurufen, die Spionage-Puppe zu zerstören. 

Darum ist 'Cayla' in Deutschland illegal

Einige Eltern kennen die Puppe 'Cayla' - sei es nur dem Namen nach oder weil das eigene Kind ein solches Spielzeug besitzt. Über Letzteres sollten sich Eltern in Zukunft aber lieber Gedanken machen. Laut Bundesnetzagentur sei 'Cayla' eine versteckte, sendefähige Anlage und damit illegal in Deutschland.

Erzählen Kinder ihrer Puppe etwas im eigenen Kinderzimmer, so bleiben die Daten nicht in den eigenen vier Wänden. Viel mehr werden sie durch das integrierte Mikrofon aufgenommen und durch eine Funk-Verbindung an den Hersteller weitergeleitet. 

Um dieses Vorhaben in Zukunft zu vermeiden, ruft die Bundesnetzagentur dazu auf, die Puppe zu zerstören. Wer nicht ganz so weit gehen möchte, kann 'Cayla' auch einfach entsorgen und durch eine andere Puppe - ohne Datenübertragungsfunktion - ersetzen.

Alles, was Kinder den Puppen erzählen, werde an eine US-Firma weitergereicht

Verbraucherschützer warnen vor möglichen Datenlecks bei Kinderspielzeug mit Internetverbindung. Über die Puppe 'My Friend Cayla' könnten Dritte sich ohne Schwierigkeiten mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband 'Beuc'.

Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands. Wenn zum Beispiel 'Cayla' online ist, können Kinder der Puppe Fragen stellen. Eine spezielle App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine Antwort im Internet und lässt die Puppe antworten. Als mögliche Fragen nennt die Firma 'Vivid', die die Figur in Deutschland vertreibt, "Soll ich mir die Nägel lackieren?" oder "Wo ist der Eiffelturm?".

Nach Darstellung der Verbraucherschützer kann sich jeder in der Nähe über eine Bluetooth-Funkverbindung mit den Puppen verbinden und sie als eine Art Headset für das Smartphone nutzen. So könnten auch Fremde mit den Kindern kommunizieren, argumentieren sie. Zudem verstoßen die Nutzungsbedingungen aus ihrer Sicht gegen EU-Recht: Kunden müssen demnach vor dem Gebrauch erlauben, dass die Bedingungen später ohne ihr Wissen geändert werden, ihre Daten für persönliche Werbung genutzt und dass Informationen weitergereicht werden.

Alles, was Kinder den Puppen erzählen, werde an eine US-Firma weitergereicht, die auf Spracherkennung spezialisiert sei und die Daten auch an Dritte weitergeben und umfassend nutzen dürfe. Außerdem seien die Produkte auf Schleichwerbung programmiert: Cayla etwa erzähle, wie sehr sie Disney-Filme liebe. Die Sprachaufnahmen seien allerdings verschlüsselt und auch der überwiegende Großteil der Datenübermittlung sei mit Verschlüsselung geschützt.

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