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Spielplätze in Stuttgart: Kinder müssen Eintritt zahlen

Spielplätze in Stuttgart sind gebührenpflichtig.
Schaukeln, rutschen, buddeln - auf Stuttgarter Spielplätzen ist das nicht umsonst. © dpa, Arne Dedert

Private Investoren bitten Familien fürs Spielen zur Kasse

Waren Sie schon mit Ihren Kindern auf einem Spielplatz, bei dem die Schaukel abgerissen war, das Gerüst gesperrt und die Wasserpumpe schon seit Monaten nicht mehr repariert? Die öffentlichen Kassen sind leer und da wird leider oft an Spielgeräten gespart. Die Stadt Stuttgart hat nun in einem Pilotprojekt einen privaten Investor mit dem Bau und Unterhalt von Spielplätzen betraut. Der nimmt allerdings Eintritt - zum Ärger von Kindern und Eltern.

Nichts ist umsonst. Und beim Spielen hört der Spaß auf. Jedenfalls in Stuttgart. Wer rutschen, schaukeln oder Sandburgen bauen will, der braucht ein Ticket. Schwarz spielen ist nicht. Denn der Pächter der Anlagen hält sie sauber und kassiert dafür bei denen, die hier spielen wollen.

Abkassiert wird hoch offiziell nach der neuen Spielplatz-Gebührenverordnung: Ein Euro pro Kind und Tag. Pro Elternteil kommen 50 Cent Begleit-Gebühr dazu. Wollen Vati oder Mutti sogar mit auf die Schaukel, zahlen sie ebenfalls einen Euro.

Spielplätze sind für Städte und Gemeinden nämlich ein reines Verlustgeschäft. Geräte, Pflanzen, sauberer Sand. All das kostet Millionen, die die klammen Kommunen nicht haben.

Mehr als 50.000 Familien mit Kindern gibt es in Stuttgart. Durch die Spielplatzgebühr will die Stadtverwaltung jährlich mindestens 450.000 Euro zusätzlich kassieren. Kein Allheilmittel für den Haushalt. Aber eine Möglichkeit, kleine Finanzlöcher zu stopfen.

Beamte aus Hamburg, Berlin und Bergisch Gladbach wollen sich die Privat-Plätze bald ansehen. Sie werden dort auch auf verärgerte Eltern treffen. Denn dass Spielplatzgebühren von der Steuer absetzbar sind ist für die meisten nur ein schwacher Trost.

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