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Spielkonsolen im Fitness-Test

Voller Körpereinsatz mit Sonys Playstation Move
Sport- und Fitnessspiele im eigenen Wohnzimmer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. (Bild: Sony Playstation Move) © dpa, Oliver Berg

Microsoft Xbox überrascht positiv

Die neue Fitnessoffensive der Spielkonsolen Microsoft Xbox Kinect, Sony Playstation Move und Nintendo Wii bringt Bewegungsmuffel auf Trab - das hat auch seinen Preis. Stiftung Warentest hat den Spaß- und Fitnessfaktor der Konsolen verglichen.

Packende Duelle beim Boxen, Bowling und Bogenschießen, oder doch lieber als Einzelkämpfer auf dem Cyberbike vor dem Fernseher strampeln? Eine neue Generation der Gamingkonsolen macht es möglich: Sie verwandeln immer mehr Wohnzimmer blitzschnell in Bowlingbahnen, Bogenschießanlagen und sogar Fitnessstudios. Der Markt für Sport-, Fitness- und Partyspiele boomt. Um da noch den Durchblick zu behalten, hat Stiftung Warentest die bekanntesten Konsolen und Spiele etwas genauer unter die Lupe genommen. Denn nicht alle eignen sich als 'Heim- oder Yogatrainer'.

Testsieger ist etwas überraschend die Microsoft Xbox mit Kinect-Sensor für 299 Euro. Ihr großer Vorteil gegenüber den Konkurrenten: Die Xbox lässt sich am einfachsten steuern und das ganz ohne Controller. In dem sogenannten Kinect-Sensor stecken mehrere Kameras, die die Ganzkörperbewegungen des Spielers vor dem Fernseher auf dem Bildschirm umsetzen.

In Kombination mit dem Spiel Your Shape (49 Euro) ist Microsofts Xbox am besten fürs Fitnesstraining in den eigenen vier Wänden geeignet. Doch Vorsicht: Fürs Zocken sollte ausreichend Platz vorhanden sein, ansonsten kommt man sich schnell ins Gehege. Zwei bis drei Meter müssen zwischen Spieler und Bildschirm liegen, sowie rund 1,70 mal 2,40 Meter für die Spielfläche.

Wii-Konsole bei weniger mobilen Menschen beliebt

Geübte 'Daddler' die mehr als nur spielen wollen, kommen mit der Playstation 3 und ihrem Bewegungssensor 'Move' voll auf ihre Kosten. Diese konnte im Test mit der präzisesten Steuerung punkten. Die auf dem Fernseher angebrachte Kamera erfasst die kleinsten Bewegungen und die genaue Position im Raum.

Vor allem bei schnellen Reaktionen (z.B. bei Sports Champions: Tischtennis) überzeugt Move gegenüber der Konkurrenz. Diese Liebe zum Detail hat ihren Preis: 350 Euro muss einem der Spaß schon wert sein. Für weitere 35 Euro gibt es einen zweiten Controller, denn wer möchte schon alleine spielen?!

Für 200 Euro ist die Nintendo Wii mit Motion Plus auf den ersten Blick deutlich günstiger als Playstation und Xbox. Besonders Anfänger feiern dank der simplen Steuerung schnell Erfolgserlebnisse – wer will sogar im Sitzen. Möglicht macht das, die Sensorleiste der Wii-Konsole die Bewegungen des Controllers und nicht des Spielers erfasst. Dadurch können auch weniger mobile Menschen Tennis, oder Bowling spielen.

Nachteil der Wii: Wer richtige Fitnessübungen mit der Wii machen möchte, benötigt dafür zusätzliches Equipment. Das 'Balance-Board' stellt zwar Belastungen und Gewichtsverlagerungen fest, ist mit rund 100 Euro aber ein teurer Spaß. Noch teurer ist das neue Cyberbike. Bis zu 160 Euro muss Radfahrern das Abstrampeln verschiedener Strecken auf dem Fernseher schon wert sein. Mehr Motivation ist garantiert, leider aber auch weniger Information. Eine Puls- oder Leistungsanzeige wie bei Fahrradergometern sucht man am Cyberbike vergeblich. Ein gezieltes sportliches Training ist damit also nicht möglich.

Grundsätzlich gilt: Sport und Fitnesspiele egal auf welcher Konsole machen in erster Linie Spaß. Vor allem in der Gruppe spielen, erhöht den Spaßfaktor enorm. Richtig ins Schwitzen kommt man aber nur bei den Fitnessspielen. Wer dabei auf individuelle Beratung und personalisierte Übungsprogramme verzichten kann, trainiert auf ähnlichem Niveau wie im Fitnessstudio.

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