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Spermienqualität: Warum Zahnpasta, Plastik und Sonnenmilch unfruchtbar machen

Kinderwunsch: 8 Tricks für Männer damit es klappt
Kinderwunsch: 8 Tricks für Männer damit es klappt Quantität und Qualität der Spermien erhöhen 00:01:46
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Steril durch Zahnpasta, Plastikflaschen und Sonnenmilch?

Männer, aufgepasst! Forscher haben herausgefunden, dass viele Dinge des alltäglichen Lebens der Spermienqualität schaden. Weichmacher, UV-Blocker, Konservierungsstoffe und Chemikalien beeinflussen das Schwimmverhalten der Spermien und können dadurch unfruchtbar machen.

Spermienqualität wird durch Chemikalien des alltäglichen Lebens geschädigt
Chemikalien aus Kosmetik, Lebensmitteln, Textilien und Plastikflaschen beeinträchtigen die Spermienfunktion. © picture-alliance / dpa, Hans-Ulrich Osterwalder

Die Wissenschaftler des Forschungszentrums 'caesar' in Bonn und des Rigshospitalet in Kopenhagen haben rund 100 Substanzen untersucht. Etwa ein Drittel davon beeinflusst offenbar den Kalzium-Haushalt der Spermien, das wiederum kann die Navigation der Spermien stören und sie daran hindern, in die Eizelle einzudringen. Zu den schädlichen Chemikalien zählen der UV-Filter 4-Methylbenzylidencampher (4-MBC), der in manchen Sonnencremes verwendet wird, der Weichmacher Di-n-butylphthalat (DnBP), der in Plastikflaschen vorkommt, sowie das antibakterielle Triclosan, das in Kosmetika und Zahnpasta enthalten sein kann.

Zur Sicherheit auf Triclosan verzichten

In ihrer Pressemitteilung zu der Studie erklären die Forscher die schädliche Wirkung dieser Chemikalien: "Bei Konzentrationen, die man auch im menschlichen Körper findet, öffnen die Substanzen den CatSper-Kanal und Kalzium strömt in die Zelle. Dieser Eingriff in den Kalzium-Haushalt ändert das Schwimmverhalten der Spermien und führt dazu, dass Enzyme freigesetzt werden, die Spermien normalerweise helfen, die schützende Hülle der Eizelle zu durchdringen." Die Chemikalien hindern die Spermien also daran, in die Eizelle einzudringen und sie zu befruchten.

Diese Ergebnisse liefern wichtige wissenschaftliche Belege für die schädliche Wirkung von Chemikalien. "Zum ersten Mal konnten wir nachweisen, dass eine Vielzahl weit verbreiteter Substanzen eine direkte Wirkung auf menschliche Spermien hat", sagt der Leiter des dänischen Forscherteams vom Rigshospitalet in Kopenhagen, Professor Niels E. Skakkebaek. Derzeit berät die EU-Kommission darüber, ob man die Verwendung dieser Stoffe einschränken sollte. Die aktuellen Erkenntnisse könnten bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, soll an seine Zähne nur Zahnpasta ohne Triclosan lassen. Ein Blick auf die Verpackung verrät, ob dieser Stoff drin ist – Triclosan muss wie alle anderen Inhaltstoffe aufgelistet sein.

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