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Spektakuläre Sichtung: Erster Wolf im Odenwald seit 150 Jahren

Wolf im Odenwald gesichtet
Erstmals seit 150 Jahren lebt im Odenwald wieder ein Wolf. © dpa, Nabu, rho

Ein Fotograf entdeckte den Wolf in Wald-Michelbach

Dieses Foto ist eine echte Sensation, denn es beweist: Zum ersten Mal seit 150 Jahren gibt es im Odenwald wieder einen Wolf. Auch der Fotograf Hans Oppermann traute zuerst seinen Augen nicht, als er das Tier in der Nähe von Wald-Michelbach entdeckte, erklärte der 'NABU Hessen'. Die Experten des Naturschutzbundes gehen davon aus, dass der Wolf schon länger in der Gegend herumstreunt.

Wölfe kehren langsam auch nach Hessen zurück

Mitte August hatte der Artenschutzexperte Wolfgang Wenner ganz in der Nähe bereits eine ähnliche Entdeckung gemacht. "Das Tier lief im gemütlichen Trab, verschwand aber immer wieder zwischen den Bäumen", berichtete der Naturschützer. "Was ich da sah, konnte doch unmöglich wahr sein. Für einen kurzen Augenblick sah ich einen Wolf durch meinen Sucher. Bevor ich abdrücken konnte, verschwand das Tier im dichteren Wald", so Wenner.

Doch nun lieferte Fotograf Oppermann den Beweis: Die Wölfe kehren langsam aber sicher auch nach Hessen zurück. Laut NABU war der Wolf neben dem Menschen lange das am weitesten verbreitete Säugetier der Welt. Seit Mitte des 19 Jahrhunderts galt der Wolf in Deutschland aber als ausgerottet. Erst seit dem Jahr 2000 kehren die Tiere langsam zurück. Wölfe aus Polen oder Italien wandern über die Grenzen und lassen sich bei uns nieder.

Der NABU zählte zuletzt rund 70 Wolfspaare oder Rudel, die sich in einem festen Revier bewegen. Es gibt aber vermutlich auch viele nicht sesshafte Einzeltiere, die ganz Deutschland durchstreifen.

So sollten Sie sich einem Wolf gegenüber verhalten

Angst vor ihrem neuen Nachbarn müssen die Menschen Odenwald aber nicht haben. Wer einem Wolf begegnet, sollte Ruhe bewahren, rät der 'NABU Hessen'. "Wie bei anderen großen Wildtieren gilt auch beim Wolf: Abstand halten, nicht darauf zugehen und nicht bedrängen", sagte der Landesvorsitzende Gerhard Eppler.

Am besten sei es, einfach ruhig und gelassen weiterzugehen, auch wenn der Wolf einem folgt. Wenn das Tier näher kommt, bleibt man am besten stehen und versucht, es mit lauten Rufen oder Klatschen zu vertreiben. Wölfe dürfen auf keinen Fall gefüttert werden, weil sie sonst ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren.

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