Spanner-Vermieter: Mieterinnen heimlich mit Mini-Kameras gefilmt

Horror-Vermieter spionierte junge Frauen aus

Sie dachten, sie wären allein in ihren Wohnungen. Was die jungen Frauen nicht wussten: Ihr Vermieter sah ständig zu. Denn Hermann S. hatte in allen Wohnungen seiner Mieterinnen Kameras versteckt, die jeden und alles über mehrere Jahre filmten. Ob im Wohnbereich, im Schlafzimmer oder im Bad: Die jungen Frauen wurden überall ausspioniert.

Horror-Vermieter spionierte junge Frauen aus
Mieterinnen heimlich mit Mini-Kameras gefilmt

13 Mieterinnen in sechs Mietwohnungen filmte Hermann S. bei den alltäglichsten Dingen, aber auch beim Sex und bei der Intimpflege, berichtet der Bayrische Rundfunk. Jetzt stand der Spanner-Vermieter in Landau vor Gericht. Doch für seine Opfer ist das Ganze noch lange nicht vorbei. Eine der gedemütigten Frauen spricht nun über ihre Erfahrungen. Das Opfer will jedoch nicht erkannt werden, denn die Scham ist zu groß.

Ein halbes Jahr lang wohnt die junge Frau in dem Haus in der Nähe von Landau. Ein halbes Jahr lang wird sie von ihrem Vermieter ausspioniert. Erst als die Kriminalpolizei vor ihrer Tür steht und bei der gemeinsamen Wohnungsdurchsuchung Kameras sicherstellt, wird der jungen Frau bewusst, was Hermann S. ihr angetan hat: „Oh, mein Gott, was habe ich die letzten fünf Monate lang gemacht? Wenn man alleine daheim ist, macht man ja Sachen, die man vor anderen nicht wirklich macht. Vor allem, dass er uns im Bad gefilmt hat, war besonders schlimm.“ Auch heute sind die Folgen spürbar. Die junge Frau fühlt sich beobachtet und kontrolliert ständig, ob sie wirklich allein ist.

Er hatte einen Regieraum im Keller

Hermann S. suchte seine Opfer gezielt aus und vermietete vorzugsweise an junge, schlanke Frauen mit dunklen Haaren. Der Vermieter fliegt erst auf, als Hermann S. sich weigert, eine seiner Wohnungen an einen jungen Mann zu vermieten. Bei seiner Freundin war er jedoch einverstanden. Das machte das Paar misstrauisch, sie durchsuchten die Wohnung, entdeckten die Kameras und erstatteten Anzeige.

Die Aufnahmen von insgesamt 48 Personen zeichnete der Videospanner auf und speicherte sie auf VHS-Kassetten oder digital ab. Die Kameras dokumentierten rund um die Uhr alles, was sich in den Wohnungen der Frauen abspielte. In seinem selbst eingerichteten Regieraum im Keller stellte die Polizei mehrere Festplatten, Computer, Speicherkarten und etliche Kameras sicher.

Vor Gericht ist Hermann S. geständig und entschuldigt sich bei den Opfern. Das Amtsgericht verurteilt ihn wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 15.000. Zwischen 1500 und 2000 Euro bekommen die 13 Opfer jeweils als Schmerzensgeld für die Folgen.

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