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Späte Mütter: Sind Frauen über 40 die besseren Mütter?

Späte Mütter: Sind Frauen über 40 die besseren Mütter?
Sind Frauen über 40 die besseren Mütter? © Monkey Business - Fotolia, Monkey Business Images

Warum sind späte Mütter besser als junge Mamis?

Statt in die Wechseljahre zu kommen, wechseln immer mehr Frauen in ihren 40ern und 50ern neuerdings Windeln. Und zwar nicht die ihrer Enkel. In Großbritannien etwa hat sich die Anzahl der späten Mütter im letzten Jahrzehnt verdreifacht. Nicht nur Mutter Natur, sondern auch der modernen Reproduktionsmedizin, sei Dank. Und wer weiß, vielleicht sind diese über 40jährigen ja auch die "besseren" Mütter?

Von Merle Wuttke

Frauen, die sich erst in ihren Vierzigern dafür entscheiden, ein Kind zu bekommen, müssen Mutter Natur schon mal austricksen und die Ärzte machen lassen. Denn auch, wenn wir immer älter werden, und die Mädchen, die heute geboren werden, die statistische Chance haben, hundert Jahre alt zu werden - an der durchschnittlichen weiblichen Fruchtbarkeitskurve hat sich dennoch nichts geändert.

Ab 35 - so die Mediziner - wird es langsam kritisch mit dem Kinderwunsch. Dass scheint moderne Frauen jedoch nicht weiter abzuschrecken. Dank künstlicher Befruchtung, Leihmutterschaft oder Eizellspende (beides in Deutschland nicht erlaubt, aber ins europäische Ausland ist es ja nicht weit), kann man auch dann noch eine Familie gründen, wenn manch andere bereits die ersten Enkel im Arm halten.

Späte Mütter haben mehr Geld und Zeit

Ja, ja, über die "junge Mutter" mit grauen Haaren, die auf dem Spielplatz mit ihrem Kleinkind in der Sandkiste hockt, lässt sich immer leicht spotten. Dabei könnte es sein, dass gerade diese späten Mütter die besseren sind. Zumindest sind die Kinder, die bei ihnen leben, meistens absolute Wunschkinder, dementsprechend emotional zugewandt werden sie erzogen. Frauen, die ihrem Kinderwunsch erst nachgeben, wenn sie bereits ihre Karriere gewuppt und fast alles von der Welt gesehen haben, widmen sich der Familie eben anders, als eine junge Studentin, die noch etwas erleben möchte. Außerdem verfügen Elternpaare in den mittleren Jahren oft über ein wesentlich sicheres und höheres Einkommen als junge Mütter und Väter. Familiären Stress über Hypothekenlasten oder den Kredit fürs Auto gibt es dort jedenfalls nicht.

Eine US-Studie hat außerdem ergeben, dass bei IVF-Befruchtungen besonders schlaue Babys zur Welt kamen, wenn die Mutter schon älter war. Was natürlich auch daran liegt, dass diese Frauen versuchen, möglichst viel qualitativ hochwertige Zeit mit ihrem oft einzigen Kind zu verbringen und es dementsprechend fördern.

Aber können diese Menopausen-Mütter auch körperlich mit den Jüngeren mithalten? Verkraftet man mit 47 drei durchwachte Nächte wirklich genauso gut wie mit 27? Okay, vielleicht dauert es ein paar Tage länger bis die Müdigkeit aus dem Gesicht verschwindet, dafür ist die Geduld und die Ruhe mit Kind größer. Und das ist auch nicht zu verachten. Also, falls Ihnen demnächst eine ältere Frau mit einem Baby entgegenkommt, fragen Sie, sie nicht, wie ihr Enkel, sondern wie ihr Kind heißt – sie wird es Ihnen danken.

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