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Sorgerecht bei Scheidung und Trennung - Wer kriegt die Kinder?

Sorgerecht nach Scheidung: DAS sollten Sie wissen
Sorgerecht nach Scheidung: DAS sollten Sie wissen Wer bekommt die Kinder? 00:03:22
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Streitpunkt Sorgerecht: Das gilt bei Trennung und Scheidung

Es ist eine traurige Tatsache: Fast jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden und tendenziell nehmen Scheidungen weiter zu. Wenn das Paar Kinder hat, gibt es oft große Probleme, speziell um das Sorgerecht gibt es Streit.

Welche Rechte und Pflichten hat der Vater und wie schwierig ist es für ihn, das alleinige Sorgerecht zu bekommen? 
Nach derzeitigem Recht ist die Vaterschaft in der Regel sowohl Voraussetzung für das Umgangsrecht als auch für das Sorgerecht. Die Vaterschaft begründet aber auch die Unterhaltspflicht. Als Vater eines Kindes gilt rechtlich der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist, der die Vaterschaft anerkennt oder dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt wurde. Im Gerichtsverfahren kann mit einem Abstammungsgutachten die biologische Vaterschaft geklärt werden. Die rechtliche Vaterschaft kann vor Gericht angefochten werden.

Grundsätzlich ist es sowohl für die Mutter, als auch für den Vater gleich schwer oder eben gleich einfach, das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Allerdings bekommen Mütter hier oft den Vorzug, da sie meistens die überwiegende Betreuung des Kindes übernehmen. 

Was ist der Unterschied zwischen Umgangsrecht und Sorgerecht?
Das Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen; beide Eltern sind nach dem Gesetz zum Umgang mit dem Kind "verpflichtet und berechtigt". Umgang bedeutet, dass Vater und Mutter das Kind in regelmäßigen Abständen sehen können. Das Recht auf Umgang besteht unabhängig von der Frage, wer das Sorgerecht für das Kind hat. Die Eltern kümmern sich um das Wohlergehen des Kindes (Personensorge) und um die Verwaltung seines Vermögens (Vermögenssorge). Dieses Sorgerecht umfasst Entscheidungen von größerer Bedeutung, etwa die Anmeldung an einer bestimmten Schule oder den Wohnort des Kindes.

Welche Rechte und Pflichten haben die Eltern bei gemeinsamem Sorgerecht?
Verheiratete bzw. Geschiedene haben die Pflicht zur gemeinsamen Sorge des Kindes, wenn das Kind in die Ehe hineingeboren wurde. Wichtige Entscheidungen, wie zum Beispiel die Wahl der Schule oder bei ernster Krankheit, müssen dann von den Eltern zusammen entschieden werden. Also müssen Mutter und Vater - trotz Trennung - bei wichtigen Entscheidungen im EInklang sein. Denn: Elternteil ist man ein Leben lang, auch wenn es mit dem Partner nicht geklappt hat. Das Kind sollte auf keinen Fall zwischen die Fronten geraten. 

Anderes Sorgerecht für Unverheiratete?

Bei verheirateten Eltern steht das Sorgerecht beiden Eltern zu - grundsätzlich auch nach Trennung und Scheidung. Alltagsentscheidungen wie die Frage, wann das Kind zu Bett geht, was es anzieht und zu essen bekommt, kann auch der Umgangsberechtigte treffen, so lange das Kind sich bei ihm aufhält. Sind sie sich in wesentlichen Angelegenheiten nicht einig, kann das Familiengericht angerufen werden.

Wer hat bei unverheirateten Paaren das Sorgerecht?
​Sind die Eltern nicht verheiratet, so hatte lange die Mutter allein das Sorgerecht, wenn nicht beide Eltern erklärten, dass sie die Sorge gemeinsam ausüben wollen. Das Bundesverfassungsgericht hat allerdings 2010 entschieden, dass der Ausschluss des Vaters vom Sorgerecht - solange die Mutter nicht zustimmt - gegen das Grundgesetz verstößt. Eine gesetzliche Neuregelung ist noch in Arbeit. Bis dahin gilt übergangsweise: Der Vater kann einen Antrag auf (Mit)-Sorgerecht oder alleiniges Sorgerecht beim Familiengericht stellen.

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