GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Sommergrippe: Symptome und Behandlung

Sommergrippe: Was hilft wirklich?
Sommergrippe: Was hilft wirklich? Ein Mediziner klärt auf 00:06:20
00:00 | 00:06:20

Sommergrippe oder doch nur eine Erkältung?

Sommer, Sonne - Sommergrippe? Wenn es draußen warm ist, denkt niemand an eine verstopfte Nase und Fieber. Dennoch leiden jeden Sommer viele Menschen unter der grippeähnlichen Erkältung. Aber wodurch wird sie verursacht? Und was hilft dagegen?

Das hilft bei Sommergrippe
Wenn die Sommergrippe einfach nicht verschwindet? Ab zum Arzt! © Picture-Factory - Fotolia, Michaela Rofeld

Wichtig ist: Die Sommergrippe hat mit der berüchtigten Grippe, die durch Influenza-Viren verursacht wird und gegen die Sie sich impfen lassen können, nichts zu tun. Sie beginnt in der Regel wie eine Erkältung - mit einem Kratzen im Hals. Wenig später kommen dann Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen und leichtes Fieber hinzu. Auch Durchfall und Erbrechen sind nicht selten. Die Erkrankung ist meistens innerhalb von ein bis zwei Wochen überwunden.

Auslöser der Sommergrippe ist in 90 Prozent der Fälle ein Virus.

Die eigentliche Ursache für die Erkrankung ist jedoch eine Schwächung der Immunabwehr. Denn nur dann hat der Virus eine Chance. Vor allem Stress schwächt den Körper und macht ihn anfällig. Doch unseren Körper stressen nicht nur Ärger und Hektik im Büro. Auch die Fahrt im klimatisierten Auto oder Dinge, die eigentlich als angenehm empfunden werden, können für den Körper Stress bedeuten. Ein zu langer Aufenthalt in der Sonne, baden in sehr kaltem Wasser oder ein ungewohntes Klima im Urlaubsland können die Immunabwehr zum Erliegen bringen.

Antibiotika sind bei einer Sommergrippe nicht nötig

Die Ansteckung mit der Sommergrippe erfolgt immer über Tröpfcheninfektion. Das geschieht durch Anhusten oder Anniesen. Aber auch über Türklinken, Geländer oder Telefonhörer können Sie sich anstecken, wenn Sie anschließend die eigenen Schleimhäute berühren, sich zum Beispiel in Auge oder Mund fassen. Gerade bei Kindern, die sich beim Spielen sehr nah kommen, ist die Gefahr groß, dass sie sich untereinander anstecken.

Doch was können Sie tun, wenn Sie die Sommergrippe bereits eiskalt erwischt hat? Antibiotika sind nicht nötig - und auch nicht wirksam, da es sich um eine Virusinfektion handelt.

Die Atemwege lassen sich am besten durch Inhalationen mit Kamillendampf beruhigen. Auch Brustsalben mit ätherischen Ölen von Eukalyptus, Fichtennadel und Pfefferminze sorgen für freies Atmen. Salbeitee trinken oder damit gurgeln befeuchtet bei Halsweh die Schleimhäute und wirkt abschwellend. Lutschtabletten oder Sprays mit leicht betäubenden und entzündungshemmenden Inhaltsstoffen können ebensfalls Halsschmerzen lindern. Bei sehr hartnäckigem Hustenreiz hilft ein schleimlösendes Medikament. Bei Schnupfen eignen sich Nasenspülungen mit salzigem Wasser. Bei Kopf- und Gliederschmerzen kann Paracetamol helfen.

Gefahrenherd Regenwetter

Sommergrippe: Symptome und Behandlung
© picture-alliance / dpa, Wolfgang Langenstrassen

In jedem Sommer kommt es häufiger vor, dass der Himmel unerwartet seine Schleusen öffnet. Und gerade dann fehlt einem Regenschirm oder eine wasserundurchlässige Jacke. Die Folge: Wer nichts zum Unterstellen findet, wird nass bis auf die Haut - und kühlt danach langsam aber stetig aus. Dann ist eine Erkältung nur eine Frage der Zeit. Erst recht, wenn man danach noch aufs Fahrrad oder ins Cabrio steigt und der Fahrtwind die nasse Haut auskühlt. Deshalb ist es nach Regenschauern wichtig, zügig trockene Kleidung anzuziehen - insbesondere am Oberkörper und Hüftbereich.

Gefahrenherd Temperatursturz

Genau wie Zugluft können auch starke Temperaturschwankungen den Körper auskühlen. Die Blutgefäße in der Nase ziehen sich dann zusammen, die Nasenschleimhaut kühlt ab und schafft so ideale Bedingungen für den Angriff von Erkältungsviren. Sogar kalte Füße tragen zu diesem Effekt bei.

Der ständige Wechsel von Temperaturen macht es dem Körper ohnehin nicht leicht. Der Organismus wird in die Pflicht genommen, sich ständig neu anpassen zu müssen. Für den Kreislauf und die Gefäße ist das sehr anstrengend. Und wenn der Körper unter Belastung steht, ist er anfälliger für Viren und Bakterien.

Auch innerhalb eines Tages können sich die Temperaturen deutlich ändern. Wer sich mit Freunden zum Grillfest trifft, merkt häufig erst zu spät, dass es sich im Laufe des Abends schlagartig abgekühlt hat. Wer dann friert und sich nichts überzieht, gefährdet sich selbst.

Gefahrenherd Sommerwind

Sommergrippe: Symptome und Behandlung
© picture-alliance / dpa, Ville Myllynen

Der Wind im Sommer wird häufig unterschätzt, weil das "kühle Lüftchen" oft angenehm empfundene Abkühlung bringt. So freuen sich die verschwitzten Insassen von Bus und Bahn häufig über einen Luftzug, der durch die geöffneten Fenster weht. Allerdings ohne zu merken, dass die Zugluft ungeschützte Körperpartien auskühlen kann.

Auch zu Hause sind Wind und Zugluft ein Thema. Wer beispielsweie bei offenem Fenster schläft, sich aber nachts von seiner Decke freistrampelt und möglichweise noch etwas schwitzt, ist ebenfalls gefährdet. Das gleiche gilt auch für den Wind von Ventilatoren.

Gefahrenherd kalte Bänke & Steine

Bei schönem Wetter setzen wir uns alle gern auf Bänke, Mauern oder einfach große Steine. Selbst wenn die Unterlage etwas kühl ist, erscheint uns das kaum tragisch, schließlich ist die Luft noch warm. Doch falsch gedacht. Insbesondere Frauen müssen bei zu langem Sitzen auf kaltem Untergrund mit einer Blasenentzündung rechnen. Die Harnröhre von Frauen ist nämlich deutlich kürzer als die von Männern. Bakterien müssen deshalb nicht so weit klettern, um von außen in die Blase zu gelangen.

Anzeige