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Solo-Sex: Selbstbefriedigungs-App für Männer

Selbstbefriedigungs-App
Der "Schwanzvergleich" nun via App

Männer können sich jetzt beim Solo-Sex messen

Was bei Männern nach dem Sport in der Gemeinschaftsdusche oder in der Umkleidekabine abgeht, können Frauen zum Glück nur erahnen. Man munkelt, dort - und nicht auf dem Sportplatz - fände der eigentliche Wettkampf statt... Jetzt bereitet ein neues Handy-Programm allen vagen Vermutungen ein Ende: Männer müssen sich tatsächlich in allem messen. So können sie mit dem "Wank-O-Meter" auf ihrem Smartphone jetzt eindeutig ermitteln, wie gut sie onanieren und wer der "Wichs-König" unter ihnen ist...

Von Caroline Berger

"Zu viele Jahre führte die Masturbation ein Schattendasein", finden die Vermarkter des Wank-O-Meters. Deshalb liefern sie jetzt "eine Technologie im Dienste des persönlichen Sexuallebens". Danke, können wir Frauen da nur ironisch sagen, danke, dass ihr den "Schwanzvergleich" unter Männern fördert und sie zum Wett-Wichsen auffordert. Vielen Dank lieber Programmierer, dass du noch einen Weg gefunden hast, die Männer dieser Welt unnötigerweise unter Druck zu setzen. Wenn demnächst die Hälfte aller männlichen Arbeitskräfte wegen Sehnenscheidenentzündungen ausfällt, dann wissen wir, wer das zu verantworten hat!

Stimulierende Geräusche beim Sex

Denn bei Männern kommt das neue Spielgerät natürlich fantastisch an. In Internet-Foren überschlagen sich die Benutzer vor Begeisterung: "Brilliant", "Ein Must-Have für jeden richtigen Mann", "Besser als jeder Armmuskeltrainer!". Einige geben sogar an, sich nach dem Herunterladen der App ihrer Freundin entledigt zu haben - die hätten sie ja jetzt nicht mehr nötig! Und das alles wegen einer kostenlosen App, mit deren Hilfe man die beim Solo-Sex zurückgelegte Strecke ermitteln und diese dann, wenn man will, sofort auf der eigenen Facebook-Seite posten kann. Als Bonus wird zudem noch angezeigt, wie viele Kalorien beim Onanieren verbrannt wurden.

Alles, was man braucht, ist eine spezielle Halterung, um das Handy an den Arm zu schnallen - und schon kann es los gehen. Inklusive sind auch einige stimulierende Geräusche, damit der Mann in Fahrt kommt - und da ist wirklich für jeden etwas dabei: Weibliche und männliche Orgasmus-Klänge für die "Normalos", Applaus für die, die etwas Zuspruch brauchen, Tierlaute, hungrige Zombies - das ist kein Witz! - für Horror-Fans, nuklearer Alarm für - keine Ahnung, wer darauf steht!?

Selbstbefriedigung ist kein Leistungssport

Jedenfalls wird das Hand anlegen für die Männer durch die App zum Erlebnis, zum sportlichen Ereignis und zur multiplen Befriedigung zugleich - sofern das Ergebnis gut ist. Aber Training ist bekanntlich alles, und darauf haben es die Entwickler abgesehen: "Wank-O-Meter verfolgt einen Traum: Alle Wichser auf der ganzen Welt durch die App zu vereinen und jedem von ihnen zu helfen, eine perfekte, eine optimale Wichs-Performance abzugeben." Na wenn das kein schöner Traum ist...

Wie lächerlich und kindisch die ganze Geschichte ist, scheint den Freunden der Leistungs-Selbstbefriedigung nicht klar zu sein. Dabei gibt es doch wohl kaum etwas Unmännlicheres als den Satz: "Ätsch, ich verbrauch beim Onanieren mehr Kalorien als du!" Und mit einem wunden Penis können Männer bei Frauen auch nicht unbedingt punkten: "Sorry Schatz, ich musste streckenmäßig noch bis nach Australien! Harry ist auch schon dort."

Warum können sich Männer nicht einfach damit zufrieden geben, sich selbst etwas Gutes zu tun? Natürlich ist es schön, dass mittlerweile offen über Selbstbefriedigung gesprochen werden darf, aber muss man sich unbedingt mit seiner Statistik brüsten? Es ist doch wohl total egal, wie lange oder wie fest ein Mann onaniert, solange er zu seinem persönlichen Ziel kommt. Aber ohne eigenen Penis werden wir Frauen wohl nie verstehen, was die Männer zu so etwas antreibt...

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