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So schaffen Sie Ordnung im Kinderzimmer

So schaffen Sie Ordnung im Kinderzimmer
© dpa, A3609 Daniel Karmann

„Das brauche ich aber noch.“

Haben Sie schon einmal mit Ihren Sprösslingen versucht, das Kinderzimmer in einen chaosfreien Platz zu verwandeln? Ich schon – und es endet immer wieder in einem Drama.

Sobald ich anfange übereinander gestapelte Plastikpferde, Ritterschwerter und Barbiekleider zu sortieren, stoße ich auf selbstgebaute Hütten für Playmobilmännchen. Diese bestehen aus, im besten Falle ausgewaschenen Margarinedosen, mit Tesa zusammengeklebt und Tempotüchern verziert. Meine Chancen, dieses längst nicht mehr bespielte Kunstwerk in den Mülleimer zu stopfen, scheitern an den Protestschreien meiner Tochter: „Das brauche ich noch“.

Also zurück in die langsam überquellende Kiste für undefinierbare Spielsachen. Krimskrams-Kiste heißt dieser Aufbewahrungsort in unserer Familie. Ich gebe zu, ab und zu mache ich mich heimlich daran sämtliche Happy-Meal Spielzeuge und anderen Quatsch zu entsorgen.

Falls mich mein Kind dann doch mal nach einem dieser Schätze fragt, fühle ich mich schuldig. Wie Sie der Sammelwut und dem Chaos Herr werden, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Mit diesen Regeln schaffen Sie es

So schaffen Sie Ordnung im Kinderzimmer
© picture-alliance/ dpa, Heiko Wolfraum

Was also tun, um mein Kind dazu zu bringen, sein Zimmer aufzuräumen? Ich habe Ratgeber gelesen, Erzieher befragt und die Tipps sämtlicher Kindergartenmütter gesammelt und ausprobiert. Bei diesen Tipps bin ich gelandet. Lesen Sie, was im Zimmer Ihrer Kinder wirklich funktioniert:

Sieben Regeln für ein ordentliches Kinderzimmer

1. Alles hat seinen Platz

Wer weiß, wo er seine Sachen aufbewahren soll, hat auch beim Aufräumen keine Probleme. Geben Sie den Dingen einen Platz: Kinder brauchen einen Schlaf- und einen Spiel- sowie einen Arbeitsbereich. Papiere kommen in die Schreibtischschublade, Stifte in eine Stiftebox, Stofftiere auf die Kommode, Spiele und Bücher in das Regal. Und auch Lego, Playmobil und anderes Spielzeug braucht eine eigene Kiste.

2. Kisten erleichtern Ordnung

Eltern sollten Kisten kaufen. In die grüne kommen die Puppenhaussachen, in die gelbe die Autos. Sie können auch ein Bild auf die Kiste kleben, damit Ihr Kind auch ganz genau weiß, was wohin gehört. Jedes Zimmer darf eine Krimskrams-Kiste haben. Dort kommen die Sachen hinein, die nirgends dazugehören. Es sollte aber auch wirklich bei einer Kiste bleiben. Und diese muss von Zeit zu Zeit entrümpelt werden.

3. Alleine aufräumen?

Ab dem siebten Lebensjahr können Kinder ihr Zimmer alleine aufräumen. Ist Ihr Kind kleiner, braucht es Hilfe. Verteilen Sie die Aufgaben: Das Kind räumt die Stofftiere und Bücher weg, Sie kümmern sich um die Stifte und die herumliegende Kleidung. So weiß Ihr Kind, was es zu tun hat und beim nächsten mal können Sie dann wechseln.

4. Es gibt nur zwei Regeln

Aber diese sind unumstößlich: Kaputtes in den Müll. Lebensmittel auch.

5. Spaß haben

Wenn es nicht zum Zwang wird, haben Kinder sogar Spaß am Aufräumen. Deshalb ist Humor und Geduld wichtig. Ganz besonders Ihre Geduld wird gefragt sein, wenn Ihr Kind jeden winzigen Schnipsel in die hand nimmt und genau überlegt, ob es ihn nicht doch noch gebrauchen kann. Kleiner Tipp: Starten Sie ein Aufräumwettrennen. Dann macht das Aufräumen extra Spaß.

6. Gemeinsam entrümpeln

Wer neue Spielsachen haben will, muss sich von alten Dingen trennen. Ab jetzt sind heimliche Aktionen Tabu. Sortieren Sie mit Ihrem Kind gemeinsam aus. Und wenn das Herz so sehr an dem alten Plastiktraktor hängt, kann er ja zunächst in eine Kiste in den Keller. Wenn er da in einem halben Jahr noch liegt, dürfen Sie ihn wegschmeißen oder verschenken.

7. Ein Kinderzimmer ist ein Zimmer für Kinder

In einem Kinderzimmer muss es nicht so aussehen, wie in einem Katalog. Kinder haben eine ganz andere Vorstellung von Ordnung und Schönheit. Das müssen Sie weitgehend tolerieren. Wenn Ihr Kind lieber den selbstbeklebten Schuhkarton zum Aufbewahren seiner Stifte nimmt, anstatt Ihre „supersüße“ Stiftebox, dann sollten Sie es lassen. Jeden Tag das Zimmer auf Hochglanz bringen, ist auch überflüssig. Wenn die Playmobilwelt oder die Carrerabahn aufgebaut wird, muss sie am Abend nicht gleich wieder abgebaut werden.

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